Koller, Hans#


* 12. 2. 1921, Wien

† 22. 12. 2003, Wien


Jazzmusiker


Die legendäre Vaterfigur des österreichischen Jazz gilt als einer der bedeutendsten europäischen Jazzmusiker der 50er und 60er Jahre. Er war der eigenständigste Saxophonstilist der Cool-Ara, dessen elegante, durchgeformte Soli die Fans begeisterten. Der Sohn eines Bahnbeamten spielte schon als Kind Geige. Mit 14 Jahren erhielt er sein ersehntes Saxophon. 1941 musste er einrücken. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft 1947 spielte er zunächst im "Hot Club Vienna", den er ab 1948 als Bebop-Oktett zur besten Nachkriegsband Österreichs machte. 1950 ging er in die BRD und arbeitete seither mit der bundesdeutschen Jazz-Elite sowie mit Weltstars wie Benny Goodman oder Dizzy Gillespie zusammen. Koller komponierte und betätigte sich auch als abstrakter Maler. 1968/69 war er musikalischer Direktor des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. 1970 kehrte er nach Wien zurück und begann eine zweite Karriere, die durch eine freiere Melodik gekennzeichnet ist. Seit 1979 leitet er an der Stuttgarter Hochschule eine Saxophonklasse.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992