Kubin, Alfred#


* 10. 4. 1877, Litomerice/ Leitmeritz (Böhmen)

† 20. 8. 1959, Zwickledt (Oberösterreich)


Graphiker, Maler und Schriftsteller

Alfred Kubin
Alfred Kubin
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Kubin hatte eine schwere Kindheit und Jugend. Nach einer Fotografenlehre in Klagenfurt studierte er ab 1898 in Salzburg und München an privaten Schulen und an der Akademie. 1902 stellte er in Berlin erstmals aus und rief mit seinen phantastisch-dämonischen Werken beim Publikum Entsetzen hervor. 1909 erschien sein symbolistischer Roman "Die andere Seite", der als Schlüsselwerk der surrealistischen Literatur gilt. Kubin, der sich bereits 1906 auf das Landschlösschen Zwickledt (Oberösterreich) zurückgezogen hatte, widmete sich in der Folge vorwiegend seinem zeichnerischen Schaffen, in dem sich mit expressionistischer Aussagekraft Skurriles und Gespenstisches, Groteskes und Visionäres zu einer unvergleichlichen, künstlerischen Handschrift verbinden. In diesem eigenwilligen Stil illustrierte er auch viele Werke der Weltliteratur, v. a. solche mit phantastischen und hintergründigen Themen (E. A. Poe, E. T. A. Hofmann, F. Dostojewskij, A. Strindberg). Seine wichtigsten Ausdrucksmittel waren die Lithographie und die Federzeichnung. Er hat noch zu Lebzeiten große internationale Beachtung gefunden.

Weitere Schriften#

  • "Vom Schreibtisch eines Zeichners" (1939)
  • "Phantasien im Böhmerwald" (1951)
  • "Dämonen und Nachtgesichte" (1931, 1959).

Literatur#

  • H. Bisanz, Alfred Kubin - Zeichner, Schriftsteller und Philosoph (1977)
  • A. Hoberg (Hg.), Alfred Kubin 1877-1959 (1990)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992