Lang, Fritz#


* 5. 12. 1890, Wien

† 2. 8. 1976, Beverly Hills (USA)


Filmregisseur


Lang stammte aus einem gutsituierten Elternhaus und studierte in Wien Architektur und Malerei. Ausgedehnte Reisen führten ihn nach Asien, Nordafrika und Rußland. Im 1. Weltkrieg wurde er verwundet und begann Drehbücher zu schreiben ("Hilde Warren und der Tod"), 1919 debütierte er mit "Halbblut" als Regisseur, zwei Jahre später trug er sich mit dem dekorreichen Streifen "Der müde Tod" in die Annalen der Filmkunst ein. Es folgten expressionistische Monumentalfilme mit gigantomanischer Ausstattung - Stummfilme von filmhistorischer Bedeutung, für die seine Frau, Thea von Harbou, die Drehbücher schrieb: "Dr. Marbuse, der Spieler" (1922), "Die Nibelungen" (1924), "Metropolis" (1927). Mit dem stilistisch verknappten, künstlerisch stärksten Tonfilm "M - eine Stadt sucht seinen Mörder" (1931) begann Lang eine neue Schaffensperiode. Der visionäre, besessene Filmemacher emigrierte 1933, obwohl von den Nationalsozialisten umworben, nach Paris und von dort nach Hollywood, wo er unter veränderten Bedingungen das Meisterwerk "You Only Love Once" (1936), Anti-Nazi-Filme wie "Hangmen also Die" (1942), Psycho- und Melodramen drehte. Nach dem Krieg entstanden in Deutschland Streifen wie "Der Tiger von Eschnapur" (1958) und "Das indische Grabmal" (1958/59), die von der Kritik jedoch kaum gewürdigt wurden. Lang war einer der großen Pioniere des Stumm- wie des Tonfilms, ein schwieriger, sensibler Mensch, dessen Wirklichkeit des Kino und dessen Leben der Film war.

Literatur#

  • P.W. Jansen/W. Schütte (Hg.), Fritz Lang (1987)
  • Lang Maibohrn, Fritz Lang und seine Filme (1990)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992