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Margaretha, Eugen#


* 6. 7. 1885, Perchtoldsdorf bei Wien

† 25. 5. 1963, Wien


Wirtschaftswissenschaftler und Politiker


Der Sohn des Begründers des 1. Wiener Konsumvereins studierte Jus und Staatswissenschaften in London, Besaijcon und Wien (Promotion: 1910). Nach kurzer Gerichtspraxis trat er eine Stelle als Konzipient bei der "Hauptstelle industrieller Arbeitgeberorganisationen" an. Nach Kriegsdienst im 1. Weltkrieg war Margaretha ab 1919 Sekretär, später leitender Sekretär und ab 1933 geschäftsführender Vizepräsident im Wiener Industriellenverband, er widmete sich dort besonders Fragen des Arbeitsrechts und der Lohnpolitik. Gleichzeitig verfasste er als wissenschaftlicher Mitarbeiter verschiedener Tageszeitungen, wie der "Neuen Freien Presse", Artikel zu wirtschaftspolitischen Themen. Ab 1934 war er Mitglied des Bundeswirtschaftsrates und des Bundestages. 1938 aus allen Funktionen entlassen, überstand Margaretha den 2. Weltkrieg als Berater verschiedener österreichischer und ungarischer Firmen. 1945 gehörte er zu den ersten, die zum Wiederaufbau beitrugen. Er wurde zum Leiter der Industriesektion der Kammer für Handel und Gewerbe ernannt und übte 1945-1952 ein ÖVP-Nationalratsmandat aus. 1949-1952 war er Finanzminister, 1952-1960 Präsident der Oesterreichischen Nationalbank.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992