Meinrad, Josef #

(eigentlich Moucka)


* 21. 4. 1913, Wien

† 18. 2. 1996, Großgmain (Salzburg)


Kammerschauspieler


Der Sohn eines Straßenbahners besuchte das Priesterseminar, war dann im Büro einer Lackfabrik beschäftigt, ehe er sich entschloss, Schauspieler zu werden. Er trat ab 1934 in Wiener Kleinkunstbühnen auf ("ABC", "Wiener Werkel"). Nach dem 2. Weltkrieg spielte er kurze Zeit an der Bühne "Die Insel" und am Volkstheater. 1947 kam er an das Burgtheater und feierte als Charakterdarsteller in komischen und ernsten Rollen, im klassischen Drama wie in Volksstücken (v. a. in Nestroy- und Raimund-Rollen) große Erfolge. Meinrad ist einer der ganz großen Schauspielerpersönlichkeiten unserer Zeit, die durch ihre Sprachvirtuosität und durch eine sehr persönliche Mischung aus Schüchternheit, Schalkhaftigkeit und großartiger Charakterisierungskunst jeder Rolle Überzeugungskraft zu geben vermag. Er war auch beim Fernsehen und beim Film tätig und machte als "Mann von La Mancha" und als Higgins in "My Fair Lady" Musical-Karriere. Dem bescheidenen, hervorragenden Schauspieler wurde 1959 von Werner Krauss der Iffland-Ring hinterlassen, eine Auszeichnung, die jeweils dem "größten deutschen Schauspieler" weitervererbt wird.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992