Neff, Dorothea#


* 21. 2. 1903, München

† 27. 7. 1986, Wien


Schauspielerin


Neff wurde in München ausgebildet und spielte an deutschen Bühnen (Regensburg, Gera, Aachen, München, Köln, Königsberg), zunächst im Fach der jugendlichen Heldin und Liebhaberin, später als Charakterdarstellerin. 1939 kam sie an das Deutsche Volkstheater in Wien, dem sie, ungeachtet einiger Gastspiele an der "Burg", treu blieb. In Wien erreichte sie den Zenit ihrer großen Schauspielkunst. Als Elisabeth in "Maria Stuart", als Medea, als Frau Flamm in Hauptmanns "Rose Berndt" oder als Mutter Courage begeisterte sie durch ihre große Kraft der Menschengestaltung und ihre Selbstdisziplin. Sie wirkte auch in zahlreichen Filmen, Hörspielen und Kabarettsendungen mit und war zu Lebzeiten ein vielbewundertes Vorbild für ihre jungen Kolleginnen. Ab 1967 erblindet, stand sie dennoch weiter auf der Bühne. Erst spät - Neff war schon im vorgerückten Alter - erfuhr man, dass sie während der NS-Zeit jahrelang eine jüdische Freundin in ihrer Wohnung verstecktgehalten und ihr dadurch das Leben gerettet hatte.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992