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Orth, Elisabeth#


* 8. 2. 1936, Wien


Kammerschauspielerin


Die älteste Tochter der Schauspieler Attila Hörbiger und Paula Wessely war zunächst Cutterin beim Film und Regieassistentin, außerdem absolvierte sie eine Dolmetscherausbildung. Erst danach ging sie ans Reinhardt-Seminar und übernahm nach dessen Absolvierung kleine Rollen in Wien am Volkstheater und im "Theater der Courage". Um Protektionismus auszuschließen, nahm sie den Namen ihrer Großmutter an und verließ Österreich. Sie spielte an deutschen Bühnen, so in Ulm, und 10 Jahre lang am Münchner Residenztheater, dann kehrte sie nach Wien zurück und trat in das Burgtheaterensemble ein. Sie debütierte 1965 als Luise in "Kabale und Liebe" und wurde 1969 unter Vertrag genommen. Aus dem Schatten ihrer berühmten Mutter längst herausgetreten, hat Orth in zahlreichen Rollen (u. a. als Iphigenie, Hamlets Mutter, Mutter Courage, Nora, Heilige Johanna, Marie im "Woyzeck", Proeza in Claudels "Der Seidene Schuh") das Publikum von ihrer großen Schauspielkunst überzeugt. Auch in Filmen und im TV hat sie mitgewirkt und führt seit langem durch die TV-Kultursendung "Schatzhaus Österreich". Sie tritt außerdem mit Rezitationsabenden und als Autorin hervor (z. B. "Märchen ihres Lebens. Meine Eltern Paula Wessely und Attila Hörbiger", 1975).



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992