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Pfrimer, Walter#


* 22. 12. 1881, Maribor/Marburg (Slowenien)

† 30. 5. 1968, Judenburg (Steiermark)


Rechtsanwalt und Politiker


Pfrimer war bereits 1917 an der Gründung des "Deutschen Volksrates für Obersteiermark" beteiligt. 1918 war er Mitbegründer von bewaffneten Ortswehren, aus denen später die Selbstschutzverbände hervorgingen. 1922 fand er in Hanns Rauter einen Gesinnungsgenossen, mit dem er den "Selbstschutzverband Steiermark" leitete; letzterer spielte bei der Niederschlagung des Verkehrsstreiks, mit dem die Arbeiterschaft auf die Vorgänge des 15. Juli 1927 reagierte, eine wichtige Rolle. 1928 wurde Pfrimer zum Zweiten Bundesführer der Heimwehren gewählt, trat aber, gemeinsam mit Richard Steidle, schon 1930 wegen politischer Differenzen mit Starhemberg (Pfrimer war Hauptvertreter des großdeutschen Flügels) zurück. Seit Mai 1931 wieder Stellvertreter Starhembergs, unternahm er am 12. September 1931 einen dilettantischen Putschversuch, um für die Heimwehren die "Macht im Staate" zu erobern. Der Putsch brach zusammen, Pfrimer floh nach Marburg (Slowenien), stellte sich aber dann den Gerichten. Noch im Dezember 1931 wurde er unmotiviert freigesprochen. In der Folge leitete er die Kontakte des Steirischen Heimatschutzes mit der NSDAP ein. 1933 trat er der NSDAP bei. 1938 wurde er vom NS-Regime mit einer Entschädigung und einem Reichstagsmandat belohnt. 1945-1947 von den österreichischen Behörden inhaftiert, übte er danach wieder seinen Beruf als Anwalt aus.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992