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Philipp, Gunther #

(eigentlich Placheta)


* 5. 6. 1918, Maroshevic (Rumänien)

† 2. 10. 2003, Bad Godesberg (Deutschland)


Arzt und Schauspieler


Philipp ist durch ungezählte Filmlustspiele, Komödien und Grotesken v. a. in den 50er und 60er Jahren populär geworden. Als Sportler hat er sich schon viel früher betätigt: bereits mit 15 Jahren war er österreichischer Jugendmeister im Brustschwimmen, mit 16 gehörte er der Nationalmannschaft an und errang 1938 im 100-Meter-Brustschwimmen den Europameistertitel. Zu dieser Zeit studierte er Medizin in Wien (Promotion: 1943) und besuchte nebenbei die Hochschule für Musik und darstellende Kunst. Nach dem 2. Weltkrieg wirkte der Vielseitige als Landarzt in Wels (Oberösterreich) und ab 1946 als Stationsarzt an der Wiener Universitätsklinik für Neurologie und Psychiatrie. Daneben gründete er das Kabarett "Die kleinen Vier", schrieb Kabarett- und Revuetexte, Filmdrehbücher und für den Rundfunk. 1950 gab er den Arztberuf auf. Er arbeitete v. a. für den Film, gastierte an österreichischen, deutschen und Schweizer Boulevardbühnen und ging auf Tourneen. In Streifen wie "Kaiserwalzer" (1953), "Mariandl" (1961), "Die lustige Witwe" (1962), "Laß das - ich haß das" (1983) zog er alle Register seines Könnens, vom anspruchslosen Witzbold bis zum Charakterkomiker. Als Sportler wurde er - nun als Autorennfahrer - dreimal österreichischer Staatsmeister im Grand Tourisme. Auch betätigt sich Philipp nach wie vor als Autor; sein Lustspiel "Damenroulette" lief 1991/92 sehr erfolgreich in der "Kleinen Komödie" in Wien.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992