Pirquet, Guido #

(Freiherr von Cesenatico)


* 30. 3. 1880 im Schloss Hirschstetten (Niederösterreich)

† 17. 4. 1966, Wien


Raketenfachmann


Der Sohn des Reichsratsabgeordneten Peter Pirquet studierte 1898-1902 an den Technischen Hochschulen von Wien und Graz Maschinenbau (Dipl.-Ing.: 1902). In der Folge widmete er sich Studien auf den Gebieten der Wärmetechnik und des Landmaschinenbaus. Seine bedeutendsten wissenschaftlichen Leistungen erbrachte er jedoch in der Weltraumforschung. Bereits in den 20er Jahren beschäftigte er sich mit dem Wirkungsgrad und der Thermodynamik des Raketenantriebs, wies bereits auf die Möglichkeiten eines bemannten künstlichen Erdsatelliten hin und berechnete die entsprechenden Umlaufbahnen. Er arbeitete so exakt, dass die UdSSR 1961 nach seinen Plänen eine Venussonde erfolgreich in das Weltall schickte. In einer Artikelserie in der Zeitschrift "Die Rakete" befasste sich der Privatgelehrte 1928 mit der Konstruktion interplanetarischer Fahrtrouten und befürwortete die Raumfahrt zu entfernten Planeten von einer Außenstation im Weltall aus. Dem weitblickenden Vorkämpfer der Weltraumfahrt wurden noch zu Lebzeiten zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen zuteil. Die Landung des ersten Menschen auf dem Mond erlebte er nicht mehr.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992