Rainer, Arnulf#


* 8. 12. 1929, Baden bei Wien


Maler

Arnulf Rainer
Arnulf Rainer
© Imagno / Foto Franz Hubmann
Rainer besuchte die Staatsgewerbeschule in Villach und studierte kurze Zeit an der Akademie der bildenden Künste und an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. Der Autodidakt stand zunächst unter dem Einfluss des Surrealismus. Von diesem sagte er sich 1951 anlässlich einer Publikumsbeschimpfung bei der ersten Ausstellung der "Hundgruppe", die er gemeinsam mit Ernst Fuchs gegründet hatte, entschlossen los, um sich der abstrakten Malerei zu verschreiben. Er zählte in den 50er Jahren zur Künstlergruppe um die Galerie nächst St. Stephan. Sein Schaffensweg, von Selbstzweifel und inneren Konflikten geprägt, führte zu einer Phase der "Bildüberfüllung" mit mikroskopisch kleinen Lebewesen. Es folgten die "Blindmalerei" (Malerei mit geschlossenen Augen oder im Dunkeln und schließlich die "Übermalungen", fast vollkommen schwarze Flächen, die alles Lebendige wie ein Leichentuch verhüllen, es auslöschen. In den 60er Jahren, als sich der Künstler mit der Welt der Geisteskranken auseinandersetzte und mit Drogen experimentierte, entstanden seine Bilder, Zeichnungen und Fotos von Grimassen, oft ins Unerträgliche gesteigert und übermalt. Der Künstler, der internationale Anerkennung gefunden hat, ist seit 1981 o. Prof. an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Literatur#

  • O. Breicha (Hg.), "Hirndrang" (1980)
  • Arnulf Rainer (in: Katalog Nationalgalerie Berlin, 1981)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992