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Reininghaus, Peter#


* 27. 10. 1896, Steinfeld bei Graz

† 21. 1. 1973, Graz


Industrieller


Reininghaus ist der Sohn einer Grazer Bierdynastie, dessen Mutter in zweiter Ehe mit Feldmarschall Conrad von Hötzendorf verheiratet war. Nach Absolvierung des Theresianums und freiwilligem Kriegsdienst studierte er an der Universität Graz Chemie, Physik und Philosophie (Dr. phil.: 1920). Anschließend wurde er Prokurist im Familienunternehmen, das infolge der Nachkriegssituation in einer schweren Krise steckte. In den 30er Jahren gelang Reininghaus ein entscheidender Erfolg, indem er ein namhaftes Aktienpaket einer zweiten steirischen Brauerei erwarb und damit den Grundstein zur "Steirischen Brauindustrie" legte, die sich nach 1945 äußerst gut entwickelte. 1938 wurde Reininghaus verhaftet und des Landes verwiesen. Er emigrierte zunächst nach Belgien und landete schließlich in Triest und Abbazia. Die Brauerei war inzwischen mit einer dritten Grazer Firma zwangsfusioniert worden. 1944 musste Reininghaus "untertauchen". In Triest gründete er 1945 ein "österreichisches Komitee". Im Herbst 1945 kehrte er nach Österreich zurück und machte sich an den Wiederaufbau des Unternehmens. 1953 konnte die Firma ihr 100jähriges Bestehen feiern. Reininghaus, ein guter Pianist und Musikliebhaber, gehörte zu jenen Industriellen, die intensiven Anteil am kulturellen Leben nehmen. Schon sehr früh befürwortete er außerdem eine Teilnahme Österreichs an der europäischen Integration.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992