Schell, Maria #

(Margarete)


* 5. 1. 1926, Wien


Schauspielerin


Die Tochter eines Schweizer Schriftstellers und einer Schauspielerin wuchs in Wien auf und nahm, nach einer kaufmännischen Lehre, in Zürich Schauspielunterricht. Danach war sie zunächst an Schweizer Bühnen tätig und hatte in Wien in dem Stück "Dream Girl" von Elmar Rice ihr Debüt. In "Der Engel mit der Posaune" (1948) von Karl Hartl erzielte sie ihren ersten großen Filmerfolg, den sie mit der englischsprachigen Version international festigen konnte. In den 50er Jahren wurde die zutiefst emotionale Künstlerin zum Topstar des deutschen Films, mit Partnern wie Dieter Borsche und O._W. Fischer ("Es kommt ein Tag", 1950, "Solange du da bist", 1953). In Hollywood stieg sie schließlich in Filmen mit Gary Cooper, Glenn Ford und Yul Brunner zum Weltstar auf und erreichte als Gruschenka in "The Brothers Karamasow" (frei nach Dostojewski) und als grandiose "Gervaise" (nach Emile Zola) Höhepunkte ihrer Filmkarriere. Schell drehte mehr als 200 Kino- und Fernsehfilme, darunter auch so rührselige wie "Der träumende Mund" (1952). Später spielte sie in Streifen wie "Change" (1974, nach Wolfgang Bauer), oder "Schöner Gigolo, armer Gigolo" (1978). Dazwischen trat sie in Theater- und Fernsehproduktionen auf (u. a. "Eine glückliche Familie"), Diese Tätigkeit setzte sie auch nach einer schweren Krise, in der sie einen Selbstmordversuch unternahm, fort. Schell war in zweiter Ehe mit dem Schauspieler und Regisseur Veit Relin verheiratet (1966-1988). Ihre Memoiren erschienen 1985 unter dem Titel "Die Köstlichkeit des Augenblicks - Gedanken und Erinnerungen".

Literatur#

  • H. Spaich, Maria Schell Ihre Filme - ihr Leben (1986)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992