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Schumpeter, Joseph Alois#


* 8. 2. 1883, Trest/Triesch (Mähren)

† 8. 1. 1950, Taconic (USA)


Nationalökonom und Wirtschaftstheoretiker

Joseph Schumpeter
Joseph Schumpeter
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Schumpeter war einer der bedeutendsten Wirtschaftswissenschaftler des 20. Jahrhunderts. Der Sohn eines Tuchfabrikanten studierte nach dem Besuch des Theresianums Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Wien (Dr. iur.: 1906). Nach Erscheinen seiner Arbeit "Das Wesen und der Hauptinhalt der theoretischen Nationalökonomie" (1908) wurde der von Eugen Böhm-Bawerk geförderte junge Wissenschaftler 1909 an die Universität Czernowitz berufen. 1911-1921 war er in Graz Universitätsprofessor 1919 wirkte er - wenig erfolgreich - als Finanzminister, danach übernahm er die Leitung der Biedermann-Bank; als diese 1924 in Konkurs ging, verlor Schumpeter sein gesamtes Vermögen. So nahm er gerne 1925 eine Professur in Bonn an. Ab 1932 war er bis zu seinem Tod Professor in Harvard. 1937 wurde er erster Präsident der "Econometric Society", 1948-1950 stand er an der Spitze der "American Economic Association". Ausgehend von der Grenznutzenschule entwickelte Schumpeter eine Theorie der wirtschaftlichen Dynamik, die aus den Komponenten Innovation, der Person des "Entrepreneurs" und der Position der Banken besteht. Er zweifelte an der Überlebensfähigkeit des Kapitalismus, da dieser eine kritische Geisteshaltung erzeuge, die ihn zugleich in Frage stelle. Schumpeter hat allerdings die Steuerungsmöglichkeiten des kapitalistischen Systems unterschätzt.

Literatur#

  • E. Schneider, Joseph Alois Schumpeter - Leben und Werk eines großen Sozialökonomen (1970)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992