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Seefried, Irmgard#


* 9. 10. 1919, Köngetried (Bayern)

† 24. 11. 1988, Wien


Kammersängerin

Irmgard Seefried
Irmgard Seefried
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Die Tochter eines Volksschullehrers stand bereits als 8jährige in der Märchenoper "Hänsel und Gretel" auf der Bühne. Nach dem Gymnasium besuchte sie das Musikkonservatorium in Augsburg und debütierte 1940/41 als Priesterin in Verdis "Aida" an der Aachener Oper. 1943 wurde sie an die Wiener Staatsoper engagiert, die ihre künstlerische Heimat wurde. Ab 1946 wirkte sie regelmäßig bei den Salzburger Festspielen mit. Seefried besaß eine ausdrucksreiche, klangschöne, technisch souverän geführte Stimme und war eine außerordentlich disziplinierte Künstlerin, die ihre ganze Liebe und Kraft in eine Rolle legte. Musik war für sie eine heilige Kunst. Mit Recht hieß es von ihr, sie könne wohl mit halber Stimme, nie aber mit halber Seele singen. Die Sopranistin war eine gefeierte Mozart- und Richard-Strauss-Sängerin (Susanne, Pamina, Zerline, Octavian u. a.), sang aber auch die Maria in Alban Bergs "Wozzeck" oder die Marzelline in "Fidelio" und Partien in neueren Opern. Als bedeutende Liedinterpretin, die durch eindrucksvolle Behandlung des Sprachlichen in der Musik bestach, wurde sie selbst in den fernsten Musiksälen der Welt, in Indien, Australien, Südafrika und Japan, gefeiert. Seefried, die später als erfolgreiche Gesangspädagogin lehrte, war mit dem Geiger Wolfgang Schneiderhan verheiratet.

Literatur#

  • F. Fassbind, Wolfgang Schneiderhan - Irmgard Seefried (1960)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992