Sperber, Manes#


* 12. 12. 1905, Zablotow (Galizien)

† 5. 2. 1984, Paris


Schriftsteller und Essayist


Sperber stammte aus einer jüdischen Familie, die ihn erzieherisch stark prägte. 1916 kam er nach Wien und wurde hier Schüler und Mitarbeiter von Alfred Adler, dem er eine Monographie widmete ("Alfred Adler, der Mensch und seine Lehre", 1926). 1927-1933 lehrte er in Berlin Individualpsychologie und war politisch in der KP aktiv. 1933 ging er nach kurzer Schutzhaft über Jugoslawien ins Exil nach Paris, wo er bis zu seinem Tod lebte. 1937 brach er mit dem Kommunismus. Als Schriftsteller setzte er sich in seinen Romanen und Essays kritisch, geistreich und voll Ironie mit jeglichem Totalitarismus, mit massenpsychologischen Phänomenen und der Stellung des Intellektuellen in der Gesellschaft des 20. Jahrhunderts auseinander. Sein bedeutendstes Werk ist die Romantrilogie "Wie eine Träne im Ozean" (1961), ein epochales Zeitporträt der Jahre 1931-1945. Seine Autobiographie "All das Vergangene" (3 Bde., 1974-1977) schließt an diese Zeit an. Unter seinen scharfsinnig-analytischen Essays sind "Die Achillesferse" (1957), "Zur täglichen Weltgeschichte" (1967) und "Churban oder die unfaßbare Gewißheit" (1979).

Literatur#

  • W. Kraus (Hg.), Schreiben in dieser Zeit. Für Manes Sperber (1976)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992