Turrini, Peter#


* 26. 9. 1944, St. Margarethen im Lavanttal (Kärnten)


Schriftsteller

Peter Turrini
Peter Turrini
© Didi Sattmann
Turrini ist einer der wichtigsten Vertreter der jüngeren österreichischen Dramatik. Der Sohn eines italienischen Kunsttischlers maturierte 1963 an der Klagenfurter Handelsakademie und war bis 1970 in verschiedenen Berufen tätig (Metallarbeiter, Lagerarbeiter, Werbetexter). Seit 1971 lebt er als freier Schriftsteller. Turrini setzt sich in seinen sozialkritischen, provokanten Stücken mit den Zwängen und Verlogenheiten der Konsumgesellschaft, mit überholten Moralvorstellungen und kleinbürgerlicher Spießermentalität auseinander. Seine "aggressive Schockdramaturgie" mit grellen Szenen und krassem Vokabular stößt zum Teil auf den Widerstand der Kritik und konservativer Kreise ("Rozznjogd", 1967, "Sauschlachten", 1972, "Josef und Maria", 1980, "Die Minderleister" 1988, "Tod und Teufel", 1990). Mit seinen Bearbeitungen nach Stücken von Beaumarchais ("Der tollste Tag", 1972) und Goldoni ("Die Wirtin", 1973) versuchte er, die Dinge (historisch) ins rechte Lot zu rücken. Gemeinsam mit Wilhelm Pevny verfasste Turrini die sechsteilige Peter Turrini TV-Serie "Alpensaga" (1974-1979), eine kritische Bestandsaufnahme des bäuerlichen Alltags von der Jahrhundertwende bis 1945. Die "Arbeitersaga" (gemeinsam mit Rudi Palla und Dieter Berner) folgte. Turrini hat auch Romane ("Erlebnisse in der Mundhöhle", 1972), Lyrik ("Ein paar Schritte zurück", 1980) und ein zweibändiges Lesebuch (1978, 1983) veröffentlicht, in dem er eine Dokumentation zu seinen Werken bietet.

Literatur#

  • W. Schuch/K. Siblewski (Hg.), Peter Turrini Texte, Daten, Bilder (1991)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992