Vorwort#


Cover Personenlexikon

Dieses biographische Lexikon gibt Auskunft über das Leben und Wirken von ungefähr 1600 Persönlichkeiten, die in Osterreich zwischen 1918 und heute in Kultur, Politik, Sport, Wirtschaft und Wissenschaft eine Rolle gespielt haben. Es bietet, wie jedes andere Lexikon auch, in erster Linie exakte Sachinformationen. Über dieses primäre lexikalische Gestaltungsprinzip hinaus haben es sich die Autoren zur Aufgabe gemacht, die einzelnen biographischen Artikel nicht nur auf nackte Daten und Fakten zu reduzieren, sondern ihnen durch eine knappe Charakteristik von Persönlichkeit und/oder Werk auch Farbe und Individualität zu geben. Kurz gesagt, dieses Lexikon will nicht staubtrocken informieren, es will auch ein wenig Lesefreude erwecken.


Ausgewählt wurden Personen, die im erwähnten Zeitraum in Österreich auf ihrem Fachgebiet Bedeutendes geleistet haben und die - im positiven wie im negativen Sinn - im Licht der Öffentlichkeit gestanden sind. Für die Aufnahme in dieses Lexikon waren folglich weder der Geburtsort entscheidend noch die österreichische Staatsbürgerschaft oder sonstige Formalkriterien. Der Leser wird zahlreichen ausländischen Künstlern begegnen, die das österreichische Kulturleben zwischen 1918 und heute entscheidend befruchtet haben, andererseits wird er "Österreicher" vermissen, die den Hauptteil ihres Werkes vor dieser Zeit geschaffen oder den Großteil ihres Lebens im Ausland verbracht und dort die Spuren ihres Wirkens hinterlassen haben (z. B. Carl Auer von Welsbach, Robert Barany, Paul Celan, Franz Kafka, Lise Meitner, Rainer Maria Rilke, Helene Weigel und andere). Die Auswahl selbst muss schon wegen der Beschränkung durch den vorgegebenen Editionsrahmen als subjektiv erscheinen. Qualität ist im politischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Bereich nicht naturwissenschaftlich exakt messbar, Vollständigkeit oder gar Vollzähligkeit konnte von vorneherein nicht angestrebt werden. Das Werk dokumentiert aber jedenfalls die kulturelle, künstlerische und auch sportliche Potenz Österreichs in der ersten und zweiten Republik. Innerhalb der einzelnen Fachgebiete wurde auf eine möglichst breite Streuung geachtet. So umfasst etwa die Musik Beiträge vom Heurigenlied- bis zum Opernkomponisten, Dirigenten, Sänger, Musikschriftsteller usw.


Die einzelnen Biographien wurden nach folgendem Muster erstellt, das jedoch nicht als ein einengendes Korsett zu verstehen ist: Lebensdaten, Abkunft, Ausbildung, beruflicher Werdegang und Wirken; Werke und weiterführende Literatur wurden nur in Auswahl angeführt. Abschließend sei den Verfassern noch eine Bitte an den Leser gestattet: Die große Anzahl von Daten und Namen hat eine umfangreiche Recherchierarbeit erfordert. Die Angaben in den entsprechenden Quellenwerken und sonstigen Unterlagen sind nicht immer eindeutig. Sollten Sie auf Übertragungs-, Lese- und Druckfehler irgendwelcher Art stoßen, bitten wir Sie, uns das mitzuteilen. Wir sind für jede Korrektur sehr dankbar.


Dr. Isabella Ackerl, Dr. Friedrich Weissensteiner