Werfel, Franz#


* 10. 9. 1890, Prag

† 26. 8. 1945, Beverly Hills (USA)


Schriftsteller

Franz Werfel
Franz Werfel
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Werfel, der aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie stammte, erhielt eine sorgfältige humanistische Erziehung. Er studierte Jus und Philosophie in Prag sowie Geschichte und Psychologie in Leipzig. 1912-1914 war er Verlagslektor in Leipzig. 1915-1917 nahm er am 1. Weltkrieg teil. Danach in Wien, sympathisierte er 1918/19 mit der "Roten Garde". Er wurde freier Schriftsteller. 1919 heiratete er Alma Mahler, mit der er 1938 nach Frankreich und 1940 in die USA emigrierte. Werfel begann seine literarische Laufbahn als Lyriker. Sein erster expressionistischer Gedichtband, "Der Weltfreund" (1911), machte ihn sogleich bekannt. Später schrieb er v. a. vielgespielte Dramen sowie Romane, die hohe Auflagen erzielten. Seiner großen Liebe zur Musik entsprang der Roman "Verdi, Roman der Oper" (1924). Sein gesteigertes Interesse am Katholizismus zeigte sich in den Werken "Barbara oder Die Frömmigkeit" (1929), "Der veruntreute Himmel" (1939) und "Das Lied von Bernadette" (1941). In "Die 40 Tage des Musa Dagh" (1933) schildert er die Massenvernichtung der armenischen Christen in der Türkei. In seinen Bühnenstücken verarbeitete er historische und politische Stoffe ("Juarez und Maximilian", 1924, "Jacobowsky und der Oberst", 1944). Werfel schrieb auch Novellen ("Der Tod eines Kleinbürgers", 1927, "Eine blaßblaue Frauenschrift", 1941) und Essays ("Zwischen oben und unten", 1946).

Literatur#

  • P. S. Jungk, Franz Werfel Eine Lebensgeschichte (1987)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992