Wied, Martina #

(eigentlich Weisl, geb. Schnabel)


* 10. 12. 1882, Wien

† 25. 1. 1957, Wien


Schriftstellerin


Wied stammte aus einem wohlhabenden bürgerlichen Haus. Sie studierte an der Wiener Universität Philosophie, Geschichte und Kunstgeschichte, wurde Gymnasiallehrerin und war literarisch tätig. Sie schrieb Essays, arbeitete an der renommierten Literaturzeitschrift "Der Brenner" mit und veröffentlichte 1919 den ersten Gedichtband ("Bewegung"). Ihren Durchbruch erzielte sie erst in den 30er Jahren mit dem Roman "Rauch über Sanct Florian" (1936), der die Stimmung dieser Krisenzeit hervorragend einfängt. 1939 und 1948 lebte Wied in Großbritannien, wo sie ihre schriftstellerische Tätigkeit in ihrer Muttersprache fortsetzte. Nach Wien zurückgekehrt, veröffentlichte sie Romane ("Kellingrath", 1950, "Das Krähennest", 1951), Novellen, Dramen und Erzählungen. Als erste Frau erhielt sie 1952 den Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur.



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992