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Wildgans, Anton#


* 17. 4. 1881, Wien

† 3. 5. 1932, Mödling (Niederösterreich)


Dichter und Dramatiker

Anton Wildgans
Anton Wildgans
© Bildarchiv der Österr. Nationalbibliothek
Sein Vater war Jurist, seine Mutter, die früh verstarb, entstammte einfachen Verhältnissen. Nach dem Besuch des Piaristengymnasiums studierte Wildgans Jus und war dann am Oberlandesgericht Wien tätig. 1912 quittierte er den ungeliebten Staatsdienst und lebte danach als freier Schriftsteller. 1921/22 und 1930/31 war er erfolgreicher, aber von einem Teil der Presse angefeindeter Direktor des Wiener Burgtheaters. Am 1. Jänner 1930 verlas er im Rundfunk seine berühmt gewordene "Rede über Österreich". Wildgans begann sein literarisches Schaffen als Lyriker. Seine Gedichte, die sein starkes Naturempfinden, seine große Liebe zur Vaterstadt und sein soziales Mitleid widerspiegeln, waren zunächst an Baudelaire, Rilke und Hofmannsthal orientiert, ehe der Dichter zu seiner eigenen Sprache fand ("Und hättet der Liebe nicht", 1911, "Die Sonette an Ead", 1913, "Späte Ernte", 1937). Als Dramatiker entwickelte er sich vom Naturalismus zum Expressionismus hin, die Stücke haben eine ausgeprägte sozialkritische Tendenz. Zu den Hauptwerken zählen: "In Ewigkeit Amen" (1913), "Armut" (1914), "Dies irae" (1918). Wildgans schrieb auch Prosa ("Musik der Kindheit", 1928) und das erfolgreiche Epos "Kirbisch oder Der Gendarm, die Schande und das Glück" (1927), das auch verfilmt wurde. Sein Gesamtwerk wurde von seiner Frau, Lilly Wildgans, hervorragend betreut.

Literatur#

  • L. Wildgans, Der gemeinsame Weg (1960)
  • F. Hadriga, Drama Burgtheaterdirektion. Vom Scheitern des Idealisten Anton Wildgans (1989)



© "Österreichisches Personenlexikon der Ersten und Zweiten Republik" von Isabella Ackerl und Friedrich Weissensteiner, 1992