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Salzkammergut und Eisenwurzen#

Hier liegen 700 Almen, von denen 360 auf das Salzkammergut, 160 auf die oberösterreichischen und 180 auf die steirischen Eisenwurzen entfallen. Ein Drittel davon steht im direkten Privatbesitz, die Hälfte gehört jedoch dem Bund (Bundesforste). 50% der Almen sind Niederalmen, 33% Mittelalmen und nur 17% Hochalmen. 81% werden nur mit Galtvieh bestoßen, 17% sind Gemischtalmen, während die Kuhalmen nicht einmal 1% ausmachen. Es werden lediglich rund 570 Kühe aufgetrieben.

Noch immer sind in diesem Gebiet die Forste mit Weiderechten belastet, und die Waldalmweide macht einen nicht unerheblichen Prozentsatz der Gesamtalmfläche aus. Mit der Intensivierung und Modernisierung der Forstbetriebe in diesem Jahrhundert wurde die Weidenutzung stark eingeschränkt, aber aus formalrechtlichen Gründen besteht sie noch immer in nicht unbeträchtlichen Ausmaßen.

Schon im Mittelalter war hier durch die Landesfürsten gesetzlich festgelegt worden, daß ausreichende Waldungen für den Betrieb der Salinen zur Verfügung standen. So wurde schon in alten Zeiten der Wald geschützt und die Alm- und Weidewirtschaft eher in Grenzen gehalten. Noch immer ist man in diesem Gebiet bemüht, aus bäuerlichem Besitz Almen aufzukaufen und vor allem die Servitute abzulösen.

Der Almbestoß nahm im allgemeinen im oberösterreichischen Salzkammergut wesentlich rascher als im steirischen ab, so daß weite Teile der Almen heute zugewachsen sind.

Das Gebiet der steirischen Eisenwurzen hat sich sehr ähnlich wie das Salzkammergut entwickelt. Es überwiegen Großwaldbesitz der öffentlichen Hand mit den großen Jagden, und der größte Teil des Almgebietes besteht aus Servitutsweiden. Die Täler sind dicht bewaldet und dünn besiedelt, und die Almen sind außerordentlich klein. So existieren z. B. im Salzatal von Gußwerk bis zur Mündung in die Enns nur noch rund 30 Almen.

Die Jagd wurde in der kaiserlichen Sommerresidenz Bad Ischl mit größter Intensität betrieben, unterstand doch im gesamten Gemeindegebiet von Bad Ischl die Hofjagdleitung dem Kaiser Franz Joseph selbst. Unter diesen Umständen fristete die Landwirtschaft im Salzkammergut nur ein bescheidenes Dasein, und die bäuerlichen Wirtschaften waren durchwegs sehr klein. Schon aus der Zeit Kaiser Josefs II. stammt der Ausspruch: „Die wenigsten Bauern könnten sich bei ihren kleinen Sacheln erhalten, wenn sie nicht im kaiserlichen Dienst stünden!" Die Frauen und Kinder mußten den größeren Teil der Arbeit in der Wirtschaft verrichten; weil die Männer meist die ganze Woche nicht zu Hause waren, stand auch die Almwirtschaft unter der Obsorge der Frauen. Daher fand sich hier der größte Anteil an weiblichem Almpersonal in ganz Österreich.




Bilder und Text stammen aus dem Buch: "Die schönsten Almen Österreichs: Brauchtum & Natur - Erwandert und erlebt", H. und W. Senft, Leopold Stocker Verlag, 2009.