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Unterinntal und benachbarte Täler#

In diesem Raum gibt es rund 670 Almen, von denen über 300 in den Zentralalpentälern (Stubai-, Wipp- und Zillertal), 180 in den Nordtiroler Kalkalpen (Karwendel und Rofan) und rund 160 im Unterinntal liegen. Reine Kuhalmen gibt es lediglich 2%, hingegen sind 80% der Almen gemischt bestoßen, das heißt es werden dort Kühe und Galtvieh zusammen aufgetrieben. Immerhin weiden in diesem Almwirtschaftsbereich rund 12.000 Kühe jährlich.

Interessant ist, daß die Agrargemeinschaftsalmen vielfach vordeutsche Namen tragen; man muß annehmen, daß diese Almen zur Zeit der hochmittelalterlichen Ausdehnung der Siedlungsgrenze bereits bestanden haben. Die Privatalmen hingegen tragen überwiegend deutsche Namen, die häufig auf ihre Entstehung durch Rodung hinweisen.

Entlang der Brennerlinie wurde auch in alten Zeiten keine wesentliche Kuhhaltung betrieben, hingegen spielte die von Ochsen, welche für Vorspanndienste im Brennerverkehr benötigt wurden, eine große Rolle. Der Bau der Brennerbahn zwischen 1864 und 1867 ließ aber diesen Wirtschaftszweig rasch unbedeutend werden, und so wurden diese ehemaligen Ochsenalmen wieder zum Teil in Gemischtalmen umgewandelt.

Das Zillertal bildet seit altersher einen Schwerpunkt der Almwirtschaft, wobei aber auch dort die Kuhhaltung in den letzten hundert Jahren zurückgegangen ist. Nahezu neun Zehntel aller Almen sind dort Gemischtalmen geblieben.

Während im hinteren Zillertal durch die Kraftwerksbauten viel Grund verlorenging, hat sich die Almwirtschaft im vorderen Zillertal sehr günstig entwickelt.




Bilder und Text stammen aus dem Buch: "Die schönsten Almen Österreichs: Brauchtum & Natur - Erwandert und erlebt", H. und W. Senft, Leopold Stocker Verlag, 2009.