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Sennerin - Schwoagerin - Almdirn - Brentlerin#

Allein in der Obersteiermark sind alle vier Ausdrücke, der Gegend nach unterschiedlich, gebräuchlich. Im oberen Ennstal heißt sie Sennin (Sennerin), in der Gegend von Öblarn, im mittleren Ennstal und über Liezen hinaus heißt sie „Brentlerin", im Paltental und im unteren Ennstal treffen wir auf der Alm die „Schwoagerin", und im Ausseer-Gebiet ist es die „Almdirn".

„Schwaigerin, Schwoagarin, Schwoagrin" hört man östlich der ungefähren Linie Zirbitzkogel -Unzmarkt - Hohenwart - Liezen, in Teilen Oberösterreichs und in Niederösterreich, aber auch in Tirol ist diese Bezeichnung zu finden. Das Wort ist eine Ableitung aus mhd. sweige, ahd. sweige („Viehhof").

„Brentlerin, Brentlarin" schließt westlich daran an, streut etwas ins mittlere Salzatal und sehr stark in die Ramsau bei Schladming. Der Ausdruck reicht nach Kärnten hinein; er gehört zu mhd. brente, nordital. brenta („Holzkübel"), gilt im Süden des deutschen Sprachraumes von Lothringen bis in die Steiermark und im Norden bis zur Linie Worms - Nürnberg. Das Wort ist angeblich weder romanisch noch germanisch!

„Sennin, Sennerin" findet sich im obersten steirischen Ennstal, im Großachatal (Nordosttirol), in Defreg-gen (Osttirol) und im Passeiertal (Südtirol). Die Form „Sendin" streut im obersten steirischen Murtal und ist in Oberkärnten, dem Lungau, dem Tennengau und in der Gosau (OÖ) gebräuchlich. Das Wort ist aus ahd. senno („Schafhirte") abgeleitet, dem alpenromanische Wörter entsprechen. Als Grundlage von ahd. senno ist ein gallisches sanion („Melker") anzunehmen.




Bilder und Text stammen aus dem Buch: "Die schönsten Almen Österreichs: Brauchtum & Natur - Erwandert und erlebt", H. und W. Senft, Leopold Stocker Verlag, 2009.