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Franz Dosch: Eine nostalgische Donaureise mit der DDSG 1830-1995#

Bild 'Donaureise'

Franz Dosch: Eine nostalgische Donaureise mit der DDSG 1830-1995. Sutton Verlag Erfurt 2012. 96 S., durchg. farbig ill., € 19,95

Franz Dosch, ehemaliger Personaldirektor der Donaudampfschifffahrtsgesellschaft (DDSG) legt mit diesem Band nun schon sein viertes Buch in der Reihe "Bilder der Schifffahrt" des Sutton-Verlags vor. Immer wieder gelingt es dem international tätigen Haus und seiner Österreichischen Niederlassung, hervorragende Experten für Spezialthemen zu gewinnen.

Die nostalgische Donaureise beginnt in Passau und führt bis zur Donaumündung. Weitere wichtige Stationen im Spiegel historischer Postkarten stellen Aschach, Linz, Wallsee, der früher durch den Strudel berüchtigte Ort Grein, Ybbs-Persenbeug, Gemeinden in der malerischen Wachau, Wien, die Grenzstadt Hainburg, die slowakische Hauptstadt Bratislava, der ungarische Bischofssitz Esztergom, Burg Visegard und Budapest in Ungarn dar.

Die DDSG wurde 1829 gegründet, schon wenige Jahre später erschien ein "Taschenbuch für Donaufahrten", mit Schilderung der "Merkwürdigkeiten" zwischen Engelhartszell und Wien. Als zwei Generationen später der Schiffsverkehr touristischen Charakter angenommen hatte, erhielten die Passagiere unentgeltlich Donau-Handbücher mit Informationen über die interessanten Donauorte, die Fahrgastschiffe und das Unternehmen. Die Gestaltung der Titelbilder bietet einen Querschnitt durch die Gebrauchsgrafik zwischen Jugendstil und Nachkriegszeit - mit einem sympathisch lächelnden Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitän. Die Brautfahrt der bayerischen Prinzessin Elisabeth, anno 1854 von Straubing nach Wien wird im ersten Kapitel ebenso beschrieben wie die Reise Kaiser Franz Josephs zur Eröffnung des Suezkanals, 1869, und des Eisernen-Tor-Kanals 1896.

Das DDSG-Archiv enthielt viele Schätze. Die Gesellschaft legte verschiedenste Ansichtskarten für den Kauf durch Fahrgäste auf. Oft stammten die Entwürfe von begabten Mitarbeitern, wie Fritz Lach, 1890-1905 DDSG-Beamter, dessen Werke auch in Ausstellungen zu sehen waren, oder dem Passauer Agentieleiter und Hobbyfotografen Franz Weißmann. Andere (Farb-)postkarten hatten Verlage als Herausgeber. Eine Rarität stellt das zwischen 1868 und 1870 vom Maler und Fotografen Amand Helm herausgegebene "Donau-Album" dar, aus dem das Buch einige Kostproben bringt.

Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Fahrkarten, Kalendern und Werbematerial, dessen nostalgischem Charme man sich kaum entziehen kann. Besonders die seit Besonderer Beliebtgheit erfreuten sich die seit Mitte der 1960er Jahre aufgelegten Bildkalender. Häufig bildeten Aquarelle und Tuschezeichnungen des bei der Gesellschaft beschäftigten Hobbymalers Tom Glazar die Vorlagen dafür.

Im vierten Abschnitt geht es um Publikationen zu speziellen Anlässen. Die erste Festschrift erschien 1880, 50 Jahre nach der Inbetriebnahme des ersten Dampfers, damals war die DDSG das größte Binnenschifffahrtsunternehmen der Welt. 1991 wurde sie zwecks Privatisierung in die Bereiche Frachtschifffahrt und Fahrgastschifffahrt geteilt und verkauft. Bis dahin erschienen fachwissenschaftliche Bände. Die zwischen 1967 und 1984 aufgelegte Firmenzeitschrift "Donaukurier" vermittelte interessante Informationen.

Dann widmet sich der Autor dem Thema "DDSG-Schiffe und die Postbeförderung". Als die Verkehrsverbindungen noch wenig ausgebaut waren, spielte die DDSG eine wichtige Rolle im Postwesen. Ende des 19. Jahrhunderts brachte sie sogar eigene Briefmarken für die Postbeförderung per Schiff heraus, die heute zu den philatelistischen Kostbarkeiten zählen.

Im letzten Kapitel wird der ersten Kreuzfahrtschiffe gedacht, die vor fast 100 Jahren auf der Donau unterwegs waren. Mit 78 m Länge und drei Decks waren die Kreuzfahrtschiffe für 90 Personen die bisher größten Dampfschiffe der Gesellschaft. Der Erste Weltkrieg unterbrach die Entwicklung der Fahrten per "Expressler". In der Zwischenkriegszeit bestand die klassische Route "Auf der Donau nach Istanbul" mit sprichwörtlich guter Verpflegung. Doch auch dieser setzte der Krieg ein Ende. Mit der Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals 1992 (schon nach der Zerschlagung der traditionsreichen Schifffahrtsgesellschaft), kamen zu den ursprünglich 17 Kabinenschiffen auf der Donau zahlreiche weitere, "sodass sich die Anzahl dieser Einheiten zurzeit bereits etwa auf das Zehnfache beläuft".