Wilfried Daim: Die kastenlose Gesellschaft#

PROLOG#

Eine echte Tiefenpsychologie der Klassen ist auch bis heute noch nicht geschaffen; ohne sie aber geht notwendig jede sozial-psychologische Deutung fehl.
Nikolai Berdjajew (1874-1948)

Gott hat mir jedoch gezeigt, daß man keinen Mensch unheilig und unrein nennen darf.
Petrus Apg 10:28

VORWORT#

Wilfried Daim (mit Klick vergrößern!)

Diese Arbeit möchte ich mit dem Ausdruck meines Dankes einleiten. Zunächst allen jenen gegenüber, die durch ihre Aufgeschlossenheit für die hier behandelte Problematik und durch die daraus resultierende Hilfe diese Arbeit erst ermöglicht haben. Danken muß ich aber auch meinen Mitarbeitern; sie haben mehr getan, als von ihnen verlangt worden war. Die vom Thema ausgehende Faszination und das Bewußtsein, an der Aufschlüsselung einer Problematik beteiligt zu sein, die es zwar immer schon gegeben hat, in der vorliegenden Weise aber noch nie angegangen worden ist, lassen ihr Interesse allerdings verständlich erscheinen. So wie sich meine Mitarbeiter in beispielhaftem Eifer der Lösung der schwierigen Problematik gewidmet haben, ebenso habe auch ich versucht, alles zu tun, um die Arbeit zu einem geschlossenen Ganzen werden zu lassen. Schließlich danke ich den Damen und Herren der Presseabteilungen der Botschaften der UdSSR und USA (alphabetisch angeführt) für die Liebenswürdigkeit, mit der sie mir photographisches Material zur Verfügung stellten. Kritik und Zukunft werden darüber zu urteilen haben, inwieweit der hier vorgelegte Versuch als gelungen angesehen werden darf.

Wien, im Sommer 1960
Wilfried Daim

EINLEITUNG#

Vorliegende Arbeit wurde durch Untersuchungen angeregt, die unter anderem ergaben, daß eine der wesentlichsten Determinanten politischer Einstellungen mit der von mir so benannten Kastenproblematik zusammenhängt. Es zeigte sich: Die Problematik der sogenannten Klasse, der Klassenkampf, ist im Grund nichts anderes als die Rationalisierung der viel tiefer liegenden Problematik der Kasten und ihrer Spannungen untereinander. Zwar überschneiden und überschichten sich im üblichen Wortgebrauch oftmals beide Begriffe, doch hat der Klassenbegriff, besonders durch den Marxismus, den Sinn ökonomischer Differenzierung. Nach ihm unterscheidet sich die Gesellschaft primär durch den Besitz bzw. Nichtbesitz von Produktionsmitteln. Primitiver, dem Empfinden und der Affektivität der marxistischen »Massen« entsprechender, wäre die Unterscheidung jedoch zu treffen zwischen »Reichen« und »Armen«.

Sicherlich fußt diese Unterscheidung auf einer Realität, aber neben und hinter diesem Gegensatz verbergen sich fundamentalere Differenzen, die wir zu erfassen trachten. Ja, durch das marxistische Klassendenken werden viele tiefgreifende Spannungen verdeckt, in ökonomische umgedeutet und auf diese Weise rationalisiert.

Vor seinem plötzlichen Tod erzählte mir Franz Borkenau|https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Borkenau] folgende Geschichte:

An einer britischen Universität waren die meisten Studenten links eingestellt, wählten also die Labour Party. Außerhalb der Universität befanden sich nun zwei Gasthäuser. In dem einen verkehrten Fernlastfahrer, die in der Nähe ihren Bahnhof hatten. Ohne zu überlegen, also automatisch, lenkten die Studenten ihre Schritte zu dem anderen Gasthaus, in dem nur Studenten verkehrten. Die Höhe des Einkommens, die Stellung im Produktionsprozeß, also die Klasse, ist keineswegs maßgeblich für das Verhalten dieser jungen Linksintellektuellen, sie folgten hier vielmehr dem Gesetz der Kaste.

Wenn wir das Wort "Kaste" hören, so denken wir zu allererst an bestimmte Verhältnisse in Indien. Aber auch in unserer Gesellschaft kann man vielleicht ein Verhalten feststellen, das vielfach dem einer Kaste entspricht, ohne daß wir - mindestens in Österreich und Deutschland seit 1918 - eine Institution haben, die wir als Kaste bezeichnen könnten. Wenn wir auch keineswegs in naivem europäischen Dünkel meinen, die Kaste sei eine speziell indische Einrichtung, so können wir doch an Hand des indischen Kastensystems zeigen, welche phänomenologischen Merkmale eine Menschengruppe aufweisen muß, um als Kaste bezeichnet zu werden.

Wir wollen also zunächst das Wort "Kaste" vorläufig bestimmen. Wir verstehen unter "Kaste" eine Bevölkerungsgruppe, die sich gegenüber der übrigen Bevölkerung abschirmt und es ablehnt, mit Mitgliedern anderer Gruppen in intimeren Kontakt zu treten. Mitglieder einer Kaste essen nur miteinander, heiraten nur untereinander, erziehen ihre Kinder gemeinsam und geben sich im Extremfall auch nur untereinander die Hand. Sie bleiben "unter sich".

Im europäischen Raum gibt es die Kaste als offizielle Institution nicht mehr, wenn man von den Heiratsgesetzen der Herrscherhäuser absieht. Aber schon Voruntersuchungen zeigten, daß es sehr wohl kastenhafte Distanzierungen in der Bevölkerung gibt, die von außerordentlichem politischen Gewicht sind. Im Gesamtraum politischer Stellungnahmen findet sich sonst nirgends ein derartiges Auseinanderklaffen von affektiven Einstellungen und normativen, moralischen sowie rationalen Instanzen der Psyche. Die bewußt geäußerte Einstellung zur Kastenfrage und die unmittelbaren affektiven Stellungnahmen fallen meist auseinander.

Auf die direkte Frage, ob es bei uns Kasten gäbe, wobei man das Wort "Kaste" im obigen Sinn erklärt, erhält man gemeinhin die Antwort "nein". Die Versuchsperson 1/301 erklärte z.B.:

"Es gibt heute eigentlich keine Kasten mehr, aber ich zähle mich zu den Arbeitern."

Der innere Zwiespalt der Aussage ist offenkundig. Zunächst meint die Versuchsperson, daß es eigentlich keine Kasten gäbe, was andererseits bedeutet, daß es uneigentlich doch welche gibt. Und der Nachsatz macht das vollständig deutlich, denn offenbar meint die Versuchsperson, die Arbeiter, zu denen sich sich zählt, stellten eine solche uneigentliche Kaste dar. Eine andere Versuchsperson, 1/105, sollte, nachdem sie kurz vorher erklärt hatte, selbstverständlich seien alle Menschen gleich und es gäbe keinerlei Kastenschranken mehr, bei einem Zuordnungstest das Wort "Professor" entweder der ÖVP oder der SPÖ zuordnen.

Die Versuchsperson ordnete das Wort »Professor« spontan der ÖVP zu und erklärte nicht ohne Affektdruck: »Er kann doch nicht mit dem Pöbel laufen.« Es gibt also keine Kasten, aber offenbar einen Pöbel, mit dem sich der Professor nicht identifizieren kann, und diesen Pöbel sah die Versuchsperson in den Reihen der SPÖ.

Der weitaus größte Teil der Versuchspersonen glaubt an die wesensmäßige Gleichwertigkeit der Menschen. Die wenigsten haben sich bewußt und gründlich mit dieser so wichtigen Frage beschäftigt. Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung erklärte die Versuchsperson 2/301, daß sie sich »noch nie Gedanken über die Kastenproblematik gemacht« hätte. Erst die Untersuchung erhellte für sie selbst die Stellung, die sie den einzelnen Kasten gegenüber einnimmt.

Gerade der geringe Bewußtseinsgrad dem Problem gegenüber, die geringe bewußte Kontrolle der Affekte in dieser Richtung sowie die Ausstrahlung der Problematik in alle anderen politischen Gegebenheiten verleihen dem Problem ein unerhörtes Gewicht. Deshalb wurde auch die vorliegende Untersuchung angesetzt. Sie sollte tief in den Bereich der Problematik vorstoßen und deren Ausstrahlungsfelder im gesamten politischen Raum abtasten. So war die Untersuchung zunächst eine primär psychologische.

Aber die Voruntersuchungen wiesen noch auf ein weiteres wichtiges Feld der Untersuchung, das in besonderer Weise Beachtung verdient. Es stellte sich nämlich heraus, daß in den weitaus meisten Fällen das Christentum, seinem tieferen Wesen nach, als kastenfremd, ja als kastenfeindlich angesehen wurde. Bei praktizierenden Katholiken trat zwar auch ein eindeutiges Kastendenken auf, doch war es zum Teil mit schweren Schuldgefühlen belastet.

Die Versuchsperson 1/2, eine katholische Akademikerin »aus gutem Haus«, erklärte etwa zum Wort »Proletarier«:

»Haben nix, die ,Proleten', von zu Haus abfällig beurteilt, ausgesprochener Kastenunterschied, denen man sich absolut nicht gleichstellen darf, etwas, was einen da degradiert, das steht zweifellos im Widerspruch zum Christentum. Es ist mit ihm absolut nicht zu vereinen, aber tief eingefressen. Ich will nicht loslassen, daß ich mich ganz verbrüdern muß mit denen. Wenn andererseits bei persönlichem Kontakt die Grenzen ganz fallen, denke, ich habe etwas Blödes gemacht, der andere will das gar nicht. Proleten im üblen Sinne arbeiten nicht wirklich an sich, sondern sind nur Krakeeler, die Geld hinausschmeißen, usw.«

Man sieht an einzelnen Stellen offenkundige Konfusionen, die bei einer Intellektuellen sicher nicht einfach auf Ungewandtheit des Ausdrucks zurückzuführen sind. Richtig ist, daß Unterkastige eine solche Behandlung nicht erwarten, denn sie sind ja in der Distanzposition ähnlich fixiert wie Oberkastige. Aber darüber später.

Die Konfusionen zeugen von einer Art Krisenstimmung, ja von innerem Aufgewühltsein. Die Versuchsperson wird sehr dramatisch. Sie spricht davon, daß die Kastenunterscheidung »zweifellos im Widerspruch zum Christentum« stünde, daß es mit ihm »absolut nicht« zu vereinbaren sei. Andererseits sei aber die Kastenunterscheidung »tief eingefressen«. Wir sehen, der Widerstreit hat höchst aufregende Akzente. Nicht mit der gleichen Dramatik, aber doch unüberhorbar, spüren wir den Konflikt bei der ebenfalls akzentuiert katholischen Industriellengattin 1/117 heraus, wenn sie sich folgendermaßen äußert:

»Wir sind vielleicht im Verkehr auch ein bisserl heiklig, wenn wir von jemandem nichts wissen. Wir haben einmal von jemandem geglaubt, das ist eine Dame, haben dann erfahren, daß sie früher Laufmädel war. Man hat aus dem Verhalten gemerkt, daß es lauter Lack war. Ihr Brief war voller orthographischer Fehler. Mein Mann hat gesagt: ,Die hat kein Benehmen, schau, daß du sie rauskriegst!'«

Das »bisserl« ist bei 1/117 die fast einzige Dialektstelle, hier wird sie volkstümlich, offenkundig aus Schuldgefühl. Jedenfalls zweifelt sie an der Richtigkeit ihrer Stellungnahme, denkt sich, sie könne vielleicht ein bisserl weniger heikel sein. Denn wenn man meint, man sei vielleicht ein bisserl heikel, so heißt dies doch, man könne es vielleicht auch ein bisserl weniger sein.

Im Zusammenhang der Untersuchung dieser Versuchsperson zeigte sich eindeutig, daß in der Kastenfrage ihre christliche Haltung mit ihrer affektiven in Kollision gerät. Daß die christliche Grundhaltung mit einer Kastengesinnung unvereinbar ist, vertreten die meisten Versuchspersonen der vorliegenden Arbeit. Der Akademiker 2/203 meint etwa:

»Es ist auch bei mir der Fall, daß ich mit bestimmten Berufsschichten nicht zusammenkomm', und es war' vielleicht — darüber müßte man nachdenken, ob es für einen guten Christen dazugehört, daß er sich darum bemüht. Vielleicht sollte man in der Pfarre, in der Männerrunde oder irgendwo — Kontakt suchen... Da ist die Frage: Was ist wichtiger? Soll man die Familie vernachlässigen und hier Kontakt suchen mit anderen Berufsständen, oder kann man sich das schenken? ... Irgendwie hat man das Gefühl, aber man ist nicht stark genug, um das zu machen.«

Man sieht, daß die Untersuchung 2/203 auf ein unangenehmes Problem stößt. Zwar sucht er sich im Blick auf die Familie zu entschuldigen, gibt aber sich und dem Untersucher schließlich zu, daß »man« (er duckt sich in die Anonymität) das Gefühl hat, Kontakt suchen zu müssen, jedoch dazu zu schwach ist. Auch hier ist es das Christentum, das kastenfeindliche Haltungen fordert.

In bestimmter Weise recht interessant ist die Äußerung der Versuchsperson 2/105, die zum Verhältnis von Kastenschranken und Christentum folgendes meint:

»Richtiges Christentum? Solange man die Zügel nicht schießen läßt und sich immer in der Kontrolle hat, glaub' ich, ist es schon vereinbar. Man darf nie irgendwie unfreundlich sein und den einen das fühlen lassen, aber wenn ich ganz ehrlich gestehen sollte, daß ich mir nicht manchmal denk ..., das war' gelogen. Ich schäme mich jedesmal, wenn mir dieser Gedanke aufkommt. Und ich bin natürlich überzeugt, daß das nicht in Ordnung ist, darum hab' ich auch nicht damit herausrücken wollen.«

Auch hier finden wir eine Konfusion im Ausdruck, denn zunächst meint sie, Kastengeist und Christentum wären miteinander vereinbar. Allerdings darf man nicht »unfreundlich sein« und muß sich »in der Kontrolle« haben. Recht interessant ist der folgende Passus: »Aber wenn ich ganz ehrlich gestehen sollte, daß ich mir nicht manchmal denk . .. das war gelogen.« Nun sagt 2/105 gar nicht, was sie sich denkt, bemerkt aber im folgenden Satz: »Ich schäme mich jedesmal, wenn mir dieser Gedanke aufkommt.« Also muß der Gedanke etwas sehr Schäbiges sein. Es handelt sich offenbar um Gedanken der Verachtung gegenüber anderen Gruppen der Bevölkerung. Schließlich sagt sie: »Ich bin natürlich überzeugt, daß das nicht in Ordnung ist, darum hab' ich auch nicht damit herausrücken wollen.« Zu Anfang der Aussage meint sie, daß es schon zu vereinbaren wäre, am Schluß ist sie allerdings überzeugt, das, was sie sich manchmal denkt, sei nicht in Ordnung. Man darf nicht übersehen: schon zu Beginn ihrer Aussage meldete sie einen Zweifel an eben dieser Aussage an. Denn sie schob ja das relativierende »glaub' ich« ein. Hätte sie das »glaub' ich« ausgelassen, würde der Satz folgendermaßen lauten: »Solange man die Zügel nicht schießen läßt, ist es schon vereinbar.« Dies klänge wesentlich überzeugter als mit dem eingefügten »glaub' ich«. Man sieht also, die Dame bejaht zwar das Kastendenken, hat jedoch zugleich schwere Zweifel, die sie veranlassen, bereits Andeutungen über manche ihrer Gedanken als Geständnisse anzusehen.

Wenn auch neben dem Christentum andere Momente eine Rolle spielen mögen, so bestimmt dieses doch entscheidend die genannten Haltungen. Zwischen den verschiedenen historischen Erscheinungsformen des Christentums und den offenbar selbstverständlichen Ansichten über seine wesentliche Grundforderung klafft ein tiefer Spalt.

Wenn schon die Menschen der Gegenwart wie selbstverständlich annehmen, daß das Christentum gegen die Kastenbildung sei, wie steht es dann mit dem ursprünglichen Christentum und seiner Wurzel, dem Judentum? Um diese Frage religionswissenschaftlich zu klären, wurde Josef Dvorak um eine eigene Untersuchung gebeten, außerdem habe ich mich selbst intensiv mit den sich durch Beachtung der Kastenfrage ergebenden Exegesen befaßt.

Im Lauf der historischen Entwicklung stieß das Christentum mit seinen Grundlehren auf die verschiedensten gesellschaftlichen Strukturen, dabei ergaben sich höchst komplexe gesellschaftliche Konstellationen. Darum sollte auch die Auseinandersetzung des Christentums in der abendländischen Geschichte mit eben diesen vorgefundenen gesellschaftlichen Strukturen untersucht werden. Diese Aufgabe übernahm Friedrich Heer (2). Auf diese Weise bekam unsere Arbeit eine historische Dimension. Doch wurden auch Erfahrungen außerhalb dieser Untersuchungen mitverwertet, seien sie nun aus Psychoanalysen gewonnen oder aus anderen Wirklichkeitsbereichen. Methodische Bereicherungen konnten nur von Nutzen sein.

Ein wesentliches Moment verdient noch hervorgehoben zu werden. Eines der schwierigsten Probleme im Rahmen dieser Untersuchung lag in den Untersuchern selbst. Die Faszination des Themas hatte bei allen Untersuchern auch höchst persönliche Gründe. Denn weder ein Psychologe noch ein Historiker lebt außerhalb der Gesellschaft. Jeder ist intensiv mit ihr verknüpft und steckt selbst in Widersprüchen von Affekt und Über-ich. Unter den Untersuchern gab es keinen, den das Problem nicht tief erregt hätte. Nicht nur unter den Versuchspersonen, auch bei den Untersuchern zeigten sich geradezu Krisenerscheinungen. Alle Psychologen gaben dies rückhaltlos zu. Keiner von ihnen war völlig frei von Ressentiments und Arroganzen. Gerade dieses Moment machte die Untersuchung zu einem persönlichen Problem jedes einzelnen Untersuchers. Dadurch wurde die Arbeit zwar einerseits vorangetrieben, andererseits natürlich die Objektivität erschwert. Allerdings teilt unsere Untersuchung diesen speziellen persönlichen Charakter mit allen wichtigen Problemen der Philosophie, Soziologie und Psychologie. Man kann diesen Schwierigkeiten nur durch eine möglichst ehrliche Selbsterhellung der eigenen Position und durch die Strenge der Methoden begegnen.

Eine sehr wesentliche Frage ist die nach dem persönlichen geistigen Eigentum der Ergebnisse dieser Arbeit. Wollte man hier ganz ins Detail gehen, käme man in große Schwierigkeiten, ohne doch im einzelnen wirklich gerecht zu sein. Aber es soll hier doch versucht werden, das Wesentliche zu sagen. Die methodische Anlage der Untersuchung stammt von mir. In ihr stecken natürlich, wie ja immer in methodischen Ansätzen, wesentliche Ideen, die die Untersuchung dann bestätigt oder nicht. Wenn nun einzelne Versuchspersonen angeführt werden, so findet sich im Anhang auch jeweils der Bearbeiter angegeben. Von ihm stammt, wenn nicht speziell angeführt, auch die Ausdeutung. Bei den historischen Feststellungen zitieren wir in den Anmerkungen.

Die Feststellungen in der Kastendynamik stammen, so nicht eigens anders zitiert, von mir, ebenso die tiefenpsychologischen Ausdeutungen. Dasselbe gilt von den Darstellungen der Relationen zwischen Kaste und den verschiedenen anderen politisch-psychologischen Komponenten und schließlich vom Entwurf einer kastenlosen Gesellschaft.