Ossiacher See1

Ossiacher See #

Ossiacher See
Durch einen Mittelgebirgszug, dem Ossiacher Tauern, in nordwestlicher Richtung vom Wörthersee getrennt und nur wenige Kilometer von Villach entfernt, liegt der Ossiachersee als drittgrößtes Gewässer Kärntens zu Füssen der 1.900 Meter hohen Gerlitzen, die den See auch gleichzeitig vor rauen Nordwinden schützt. Von der Kanzelhöhe auf der Gerlitzen(1.489 m; mittels Seilbahn erreichbar) sowie von der Ruine Landskron in der Nähe des südwestlichen Seeufers, bietet sich dem Betrachter ein prachtvoller Blick auf den lang gestreckten See, der sich durch seine angenehmen Badetemperaturen empfiehlt. Das Talbecken nimmt für sich in Anspruch, die größte Sonneneinstrahlung Mitteleuropas zu besitzen, weshalb auch die Saison hier schon im Mai beginnt. Aber auch Fischen, Seglen und die verschiedensten Möglichkeiten des Wassersportes werden am See ausgeübt.

In St. Andrä, in der Nähe des Seeausflusses, gedeihen als naturkundliche Rarität, unzählige Wassernusspflanzen (lat. Trapa, eine Schwimmpflanze mit weißen Blüten) deren stärkereiche, maronenähnliche Früchte ein verbreitetes Nahrungsmittel in der Steinzeit waren und zum Brotbacken verwendet wurden.

Der größte Ort am See ist Ossiach, mit seinem sagenumwobenen ehemaligen Benediktinerstift, das als ältestes Männerkloster Kärntens bereits zu Beginn des 11. Jahrhunderts gegründet wurde. 1484 brannten die Türken Kloster und Kirche nieder, worauf es als Wehrkloster wieder aufgebaut wurde. Das Stiftsgebäude, das heute im Besitz der Österr. Bundesforste steht, wurde in den letzten Jahrzehnten in ein Hotel umgewandelt. Erhalten blieb hierin aber der „Fürstensaal“ mit Habsburgergemälden. Kulturhistorisch besonders bedeutend ist die dreischiffige, ursprünglich romanische Pfeilerbasilika. Sie wurde um 1740 im Inneren barockisiert und schwelgt seither in barocker Zier, die bereits an das Rokoko erinnert. Die gotische Taufkapelle birgt einen spätgotischen Flügelaltar (um 1515). An der Nordwand der Kirche kennzeichnet ein römischer Reliefstein mit einer Pferdedarstellung das legendäre Grabmal des Polenkönigs Boleslaus, der den Krakauer Bischof Stanislaus ermordet hatte und in Ossiach als Büßer starb. In der Ossiacher Stiftskirche findet im Sommer regelmäßig ein Musikforum statt und werden Konzerte im Rahmen des „Carinthischen Sommers“ zwischen Anfang Juli und Ende August gegeben.

Ossiach See - Basilika

Der zweite größere Ort ist Steindorf mit seiner sehenswerten gotischen Johanneskirche, der Jakobuskirche und der romanischen Margarethenkirche.

Sagen#

Die Nixe und das “Tauernkirchlein” bei Ossiach: Auf dem bewaldeten Höhenzug am Südufer des Ossiachersees steht eine kleine Kirche die auf seltsame Weise gebaut worden sein soll. – Eines Abends ging ein junger Fischer das Seeufer mit seiner Liebsten entlang, die beiden küssten sich und bemerkten dabei nicht, dass ein seltsames Wesen aus den Wellen auftauchte und sie beobachtete. In der nächsten Nacht fuhr der Fischer auf den See zum Fischfang hinaus, da hörte er plötzlich einen wunderbaren Gesang und aus dem Wasser steig ein Mädchen empor, das so schön war, wie er noch nie eines gesehen hatte. Sie kam zu ihm ins Boot und von da an hatte er alles vergessen was ihm früher lieb gewesen war. Er mied sein Mädchen und wurde schwermütig, da sich das Wasser-Wesen nicht mehr zeigte. - Es war eine Vollmondnacht, als sie Schöne wieder auftauchte und zu ihm ins Boot stieg. Aber seltsam, als er den Arm um sie legen wollte musste er an sein Mädchen denken, die sich jetzt vielleicht eben die Augen ausweinte. Die Nixe wollte diesen Sinneswandel aber nicht verstehen und machte sich über ihn lustig. Daraufhin stieß er sie wieder ins Wasser zurück. Das war für sie eine furchtbare Kränkung und sie sann Tag und Nacht in ihrem kristallenen Palast auf dem Grund des Sees auf Rache. Da sie aber wusste, dass der Wasserfürst keine Zwietracht mit den Menschen duldete, gab sie ihm eines Tages einen Schlaftrunk in seinen Wein, damit sie sich unbeobachtet davon machen konnte. Mit ihrer Zauberkraft öffnete sie alle Schleusen und Zuflüsse zum See, der alsbald zu einem katastrophalen Hochwasser anstieg und die Häuser am Ufer überflutete. Der Fischer, der auch überrascht worden war, sah noch einen Hausgiebel aus dem Wasser ragen. Er schwamm darauf zu, da sprang ihm aber sein Mädchen, das dort Zuflucht gefunden hatte, entgegen, um mit ihm in den Fluten zu sterben. Und so war es auch; beide versanken eng umschlungen im Wasser. – Als der Fürst am nächsten Tag benommen aufwachte, sah er die Katastrophe und bändigte den wild gewordenen See. Die junge Nixe aber verbannte er in die Welt der Menschen, wo sie Not und Schmerzen kennenlernte. Jeden Abend saß sie nun am Seeufer und klagte ihren Genossinnen ihr Leid, bis schließlich der Fürst Mitleid mit ihr bekam, sie aber zur Buße mit eigenen Händen am Südufer eine kleine Kirche bauen ließ, wobei sie mit ihren eigenen Tränen den Mörtel für den Bau zu netzen habe. In langer Mühe fügte sie Stein auf Stein bis nach endloser Zeit das Tauernkirchlein fertig war. Dann durfte sie wieder zurück zu ihren Schwestern.

Wandervorschlag#

Rund um den Ossiachersee: In St. Andrä beginnen wir die Wanderung, überqueren beim Strandbad Lido die Seeuferstraße und folgen nun dem mit „1“ gekennzeichnetem Waldweg bis „Heiligen Gestade“. Sodann müssen wir etwa auf 1 ½ km der Bundesstraße folgen. Vor Ossiach nimmt uns wieder der „Einser-Weg“ auf. Am Ostufer überquert man wieder die Bundesstraße und erfreut sich dann am schönsten Wegabschnitt, dem „Dammweg“. Nach Steindorf begeht man am besten die Verlängerung des Dammweges und erreicht schließlich die Seepromenade, auf der man zum Ausgangspunkt zurück gelangt. Gesamtgehzeit: 6 Stunden.

Landkarte: Freytag & Berndt Nr. 233

Steckbrief#

502 Meter Seehöhe; 10,6 km²; 11 km lang und bis zu 1,75 km breit; 46 m tief.
21 verschiedene Fischarten, darunter dominierend die Brachse.

Information: Villach-Warmbad / Faaker See / Ossiacher See Tourismus GmbH, Töbringerstraße 1, A-9523 Villach-Landkron, Telefon: (04242) 42000, Fax: (04242) 4200042, E-Mail: office@vi-fa-os.at, Internet: www.dalachtdasherz.at

Schiffahrt: Von Mai bis Oktober Linienverkehr sowie Rundfahrten (Große Seerundfahrt, Halbsee-Rundfahrt und Panoramarundfahrt) nach Fahrplan mit den Schiffen MS Ossiach und MS Villach. Fam. Nageler GmbH., F.X. Wirthstraße 21 b, 9500 Villach. Tel. 04242/58071 e-mail: ossiachersee@schifffahrt.at www.schifffahrt.at/ossiachersee


© Bild und Text Hilde und Willi Senft