Ottensteiner Stausee

Kamptalsee#

„Stauseen…wie schrecklich!“ – Nein, durchaus nicht, wenn sich die „Technische Zivilisation“ behutsam und im Sinne künstlerischer Landschaftsgestaltung gebärdet. Von der Quelle des Kamp an der Grenze zum Mühlviertel bis zur Mündung in die Donau im Tullnerfeld findet der 159 Kilometer lange Lauf seinen Weg vom rauen Granithochland des oberen Waldviertels bis zu den warmen Lössterrassen des Kamptaler Weingebietes. Im letzten Drittel seines Laufes hat der Mensch eingegriffen und die Wasserfläche des Flusses auf einer Länge von mehr als 20 Kilometern vergrößert – Stauseen wurden geschaffen.
Die drei Stauseen im Oberlauf des Kamp, wie auf einer Perlenschnur hintereinander angeordnet, haben – obwohl von Menschenhand hervorgebracht – zu einer großen Bereicherung der Landschaft geführt. Umgeben von einer beeindruckenden Waldlandschft bieten der Ottensteiner-, der Dobra- und der Thurnberger Stausee dem Naturliebhaber großartige Erlebnisse. Die Region gehört zum „Landschaftsschutzgebiet Kamptal“ so daß sämtliche Ufer unverbaut geblieben sind und auch das Befahren mit Motorbooten strengstens untersagt wurde.

Ottensteiner Stausee#

Der Ottensteiner Stausee besticht durch seine für Österreich ungewohnte Fjord-Landschaft. Er ist 14 Kilometer lang, hat aber unzählige Seitenarme und Verzweigungen, so dass seine gesamte Uferlänge ein Vielfaches ausmacht. Der See ist ein echtes Bade- und Entdeckerparadies. Es können Surfbretter, Segel- und Ruderboote ausgeborgt werden und man muss nicht lange suchen, um eine versteckte Bucht oder einen Uferstreifen für sich alleine zu finden. Dazu bietet das Ausflugsschiff „MS Ottenstein“ mit einer großen Rundfahrt ein erstes Kennenlernen des weit verzweigten Sees, so dass man später weiß, wo die stillen Plätze zu finden sind. Am östlichen Ende des Stausees erhebt sich das Schloss Ottenstein. Sehenswert ist seine Burgkapelle mit romanischen Wandmalereien aus dem 12. Jhdt.; das Schloss mit seinem Restaurant-Betrieb dient auch als Ausstellungszentrum.

Kamptal

Dobra Stausee und Thurnberger Stausee #

Benannt nach der Burgruine Dobra schließt der Dobra-Stausee direkt östlich an den Ottensteiner-See an. Er ist mit rund 5 Kilometern Länge der zweitgrößte in der Seen-Kette. am östlichen Ende, gegenüber der ehemaligen Burg Dobra, wird der Blick auf das Sein Fläche folgt dem eng eingeschnittenen Tal des Kamps. Die Ufer sind voll bewaldet und erst schmale Band der Wasserfläche frei. Nach weiteren vier Kilometern im engen Tal wird der Blick von der Burg Krumau am Kamp gefangen genommen, die sich hoch über den gleichnamigen Ort erhebt. Sie war Wohnsitz der letzten Babenbergerin Margarethe. Direkt in Krumau schließt der dritte der Stauseen an die anderen an. Das schmale, flussähnliche Gewässer ist bloß an die 2 Kilometer lang. Benannt ist der Stausee nach der Ortschaft Thurnberg an seinem nordöstlichen Ende.

Kulturhistorische Kostbarkeiten im Umfeld der Kamptaler Stauseen#

Hier sei nochmals das 1138 gegründete Zisterzienserstift Zwettl genannt. Schon von der Ferne ziehen der 90 Meter hohe Turm und die prunkvolle Fassade der Stiftskirche die Blicke auf sich. Großartig sind der gotische Hallenchor und die Tafelbilder des spätgotischen Flügelaltars sowie der aus dem 13.Jhdt stammende Kreuzgang.
Einen weiteren kulturellen Höhepunkt bietet das Benediktinerstift Altenburg bei Horn. Im Jahre 1144 gegründet bietet es mit seiner über 200 Meter langen Ostfront einen geradezu überwältigenden Anblick. Besonders sehenswert sind die Farben sprühenden barocken Deckengemälde in der Bibliothek des Stiftes.

Burg Krumau

Wandervorschläge #

Im Unterlauf des Kamp wurde der Naturpark „Kamptal-Schönberg“ eingerichtet. Hier empfiehlt sich besonders die Begehung der „Lehrpfade“: Der Weinlehrpfad nimmt am südlichen Ortsende von Schönberg seinen Anfang, verlässt bald den Talboden und zieht sich durch die Weingärten hinauf. An einer Vielzahl von Schautafeln wird alles Wissenswerte über die Weinkultur gezeigt. Zum Schluss führt der Weg durch die romantischen Kellergassen von Mollands. Gesamtgehzeit 2 Std.

Der Flusslehrpfad verläuft von Schönberg über Stiefern bis Plank. Die 10 km lange Strecke führt durch die verschiedenen Biotope und Lebensgemeinschaften am Kamp. Gesamtgehzeit: 3 Std.

Auch der Waldlehrpfad nimmt seinen Ausgang in Schönberg und hat sozusagen die Wälder des Manhartsberges zum Thema. Auf Schautafeln werden die verschiedenen Pflanzen, sowie die Probleme und Methoden der Waldbewirtschaftung gezeigt. Gesamtgehzeit: 2 ½ Std.
Das Kamptal kann auch als Dorado für Radfahrer bezeichnet werden. Auf rund 500 Kilometern sind 14 verschiedene Routen ausgeschildert. Wanderkarte: F&B Nr. 072

Steckbrief#

Ottensteiner Stausee: Länge 14 km lang, Breite bis zu 500 m. Schwimmen, Surfen, Segeln (ÖSV-Schule am Ort), „Ottensteiner Seelauf“. Winter: Eislaufen und Eisstockschießen
Dobra Stausee: Länge rund 5 km, Breite bis 250 m Thurnberger Stausee: Länge rund 2 km, Breite bis 250 m. Baden, Campen, Ruderbootverleih, Fischen, Wandern, Radfahren (Dobra-Stausee-Seeweg), Radverleih im Ort, Liegewiesen.

Information: Marktgemeinde Rastenfeld, Rastenfeld Nr 30, 3532 Rastenfeld, Telefon (02832) 289, Email: info@rastenfeld.at

Thurnberger Stausee: Länge rund 2km, breite bis 250 m. Fischen, Baden, Bootsverleih, Bogenschießen, Wandern, Liegewiesen, Tennisplatz und Liegewiesen.

Informationen: Marktgemeinte Krumau am Kamp, Hauptplatz Krumau, 3543 Krumau am Kamp, Telefon: (02731) 8230.

© Bild und Text Hilde und Willi Senft