Vorderer Gosausee

Gosauseen#

Gosauseen
Wo liegt die Glanzseite des Dachsteins? Wahrscheinlich doch an seiner Nordwestseite, denn hier spiegeln sich die Eisflächen des Gosaugletschers sowie Dachsteingipfel und Torstein im smaragdgrünen Wasser der Gosauseen. Faszinierend ist vom Vorderen Gosausee auch der Blick auf die wilden Zinnen des Gosaukammes, dessen Zackenreihen hintereinander aufgebaut sind und durch die tiefe Staffelung ungeheuer plastisch wirken. Alexander von Humboldt bezeichnete den Vorderen Gosausee als das „Auge Gottes“. Und tatsächlich, die hier gegebene Kombination von See und Hochgebirgslandschaft erfreut „Herz und Seele“ und gehört wohl zu den großartigsten Gebieten der Alpen.

Wir erreichen den Vorderen Gosausee von Gosau her problemlos auf sehr guter Straße, die auch die Zufahrt zur Kabinenseilbahn auf die Gablonzerhütte ist, deren Talstation am Seeufer liegt. Im Frühjahr und Spätherbst weist der Vordere Gosausee oft sehr niedrige Wasserstände auf, denn der See wird schon seit 1909 (!) zur Stromgewinnung genutzt, wobei die letzten 6 km der Leitung zum Kraftwerk in Steeg in einer Felskaverne verlaufen. Zwei Kilometer südöstlich liegt das unbedeutende Gewässer der Gosaulacke und noch einmal so weit entfernt der reizvolle Hintere Gosausee.

Sagen#

Die Sage berichtet, dass während der Gegenreformation lutherisch-aufständische Gosauer von einer Kompanie „Schwarzreiter“ bis zum zugefrorenen Hinteren Gosausee verfolgt wurden. Dessen Eisdecke brach unter dem Gewicht der Schwarzreiter ein und alle ertranken. Seit dieser Zeit gibt es – nur hier im Gosausee – sehr schmackhafte kleine Fische mit schwarzem Rücken, welche „Schwarzreiter“ genannt werden.

Wandervorschlag#

Rund um den Vorderen- und Hinteren Gosausee: Wir begehen zuerst die Forststraße, die entlang des gesamten Nordostufers des Vorderen Gosausees bis hinein zur Holzmeisteralm führt. Im Wasser spiegelt sich die Gipfelkette des Gosaukammes, im Süden glänzen die Firne des Gosaugletschers in all ihrer Pracht. Vorbei an der Gosaulacke, die nur im Sommer gefüllt ist, und dem Launigg-Wasserfall, geht es weiter nach hinten, dem Talschluss zu. Nun folgt ein kurzes Steilstück und dann stehen wir schon oben beim Hinteren Gosausee, dessen Wasserspiegel je nach Schneeschmelze und Regenmengen beträchtlich variieren kann. In der Hütte der „Hinteren Seealm“ kann man einkehren. – Nun geht es bis zum Vorderen Gosausee am selben Weg zurück; längs seines Südwestufers beschließen wir aber die Umrundung und haben insgesamt vier Stunden benötigt.

Landkarte: Freytag & Berndt Nr.392

Steckbrief #

Vorderer Gosausee: Der Name „Gosau“ leitet sich angeblich von einem bajuwarischen Siedler namens „Goss“ ab. 933 Meter Seehöhe; 0,5 km², ca. 1,7 km lang und 300 m breit.
Bootsvermietung. Fische: Barsch, Hecht, Eltitze, Forelle.
Hinterer Gosausee: 1.136 Meter Seehöhe, ca. 500 m Durchmesser.

Tauchsport: Alle drei Seen haben absolute Trinkwasserqualität, sind aber sehr kalt. Im Spätherbst isr die Sichtweite im Vorderen Gosausee bis 25 Meter, im Hinteren Gosausee bis zu 20 Meter. Die Wassertemperatur beträgt dann allerdings oft nur noch 4 Grad. Die Seen sind nährstoffarm, daher kaum Algen. Besonders interessant sind die Steilwände und der Hintere Gosausee birgt einen märchenhaften Unterwasserwald. Im Fürhjahr kann man in der Gosaulacke die Bergmolche beobachten. Die erlaubte Tauchzone am vorderen See liegt am Nordwestufer, direkt neben dem Parkplatz.

Information: Gemeinde Gosau, Gosau 444, A-4824 Gosau, Telefon: (06136) 8821, Telefax: (6136) 822124.


© Bild und Text Hilde und Willi Senft