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Mattsee - Obertrumer See- Grabensee #

Mattsee - Obertrumer See- Grabensee
Alle drei werden sie auch als die „Trumer-Seen“ bezeichnet und bildeten noch gemeinsam bis in historische Zeit den „Ur-Mattsee“. Heute sind die drei Seen durch Kanäle verbunden. Der Trumer-See ertreckt sich zwischen den Hügelreihen von Hauns-, Buch- und Tannberg. Seine ansehnliche, für den Fremden anfangs völlig unübersichtliche Ausformung, wird im nordöstlichen Teil – durch einen Damm getrennt – Mattsee genannt, während der nördliche Abschnitt, durch eine Landzunge vom Hauptgewässer geteilt, Grabensee heißt. Der größte der drei Seen ist der Obertrumer See.

Die Berchtesgadener Alpen mit Hohem Göll, Watzmann und anderen stolzen Gipfeln bilden bei klarem Wetter die prachtvolle Kulisse im Südwesten, während die drei Seen auf den anderen Seiten von den Wellen und Hügeln eines reichen Bauernlandes umgeben sind.

Den Besucher locken hier nicht nur die vielfältigen Möglichkeiten zum Baden, Segeln, Surfen und Angeln, sondern auch die kulturellen Kostbarkeiten, wie etwa die unaufdringliche klösterliche Stille und Würde von Stift Mattsee. Auf dem Matt- und Obertrumersee verkehrt in der Saison regelmäßig eine Schifffahrtslinie; Segel- und Surfschulen erwarten den Urlauber.

Einzigartig in Obertrum am See ist der „Bierbrunnen“, aus dem zu besonderen Anlässen frisches Trumer Bier fließt. Bevor man dieses genießt, sollte man aber das „Museum im Einlegerhaus“ besichtigen. Dieses ehemalige „Armenhaus“ beherbergt Exponate, die einen guten Eindruck vom Leben in alten Zeiten vermitteln (Flachsverarbeitung, bäuerliche Keramik u.a.m.).

In Perwang am Grabensee weist das „Zollmuseum“ auf die einst hier verlaufende Grenze zwischen Bayern und Salzburg hin.

Obwohl Mattsee nahe bei Salzburg liegt, gehörte es bis 1807 zur Diözese Passau. Die Herrschaft Mattsee wurde von der direkt oberhalb des Ortes gelegenen Burg (heute revitalisierte Ruine) verwaltet. Die Herrschaft Mattsee wurde 1398 von den Passauer Bischöfen an die Salzburger Erzbischöfe verkauft. Seitdem war Mattsee salzburgisches Pflegegericht; kirchlich unterstand es aber weiterhin Passau.

Das Stift Mattsee wurde schon 770 vom Bayernherzog Tassilo gegründet und nach der Jahrtausendwende in ein weltpriesterliches Kollegialstift umgewandelt. Die Stiftskirche ist durch ihre reiche Barockausstattung sehenswert.

In den Räumen der Propstei erwartet heute den Besucher ein Museum mit kulturhistorisch interessanten Exponaten, welche liturgische Geräte, eine gotische Madonna mit Kind, die Stiftsbibliothek mit alten Handschriften u.v.a. präsentiert. – Nach den Wirren des 2.Weltkrieges waren hier sogar eine Zeit lang die ungarischen Kornjuwelen verwahrt.

Am Ortsrand von Mattsee wurde ein „Bajuwarengehöft“ rekonstruiert. Es zeigt wie die Bajuwaren am Mattsee um 500 bis 800 n.Chr. gelebt haben (Führungen auf Anfrage).

Wandervorschläge#

Rund um den Mattseer Schlossberg: In 14 Stationen mit Schautafeln wird man rund um den Schlossberg geführt. Beginnend am Marktplatz, vorbei am Stift und seinem Museum geht es hinauf auf den Schlossberg mit seinem erst in den letzten Jahren wieder auf den alten Gebäuderesten neu erbautem Schloss. Sodann führt der bezeichnete Weg hinunter zu den Resten einer Pfahlbausiedlung vom Ende der Jungsteinzeit und schließlich zu einem „Bajuwarengehöft“, das 1988 nachgebaut wurde. – Zwei bis mehrere Stunden Gehzeit; je nach Verweildauer.

Am Arnoweg: Der „Arnoweg“ führt von Oichtental her kommend nach Mattsee und über die Ludwigshöhe hinauf auf das Plateau der Egelseen, deren Wasser vom Moorgehalt dunkel und geheimnisvoll schimmert. Über das „Schaudorf“ Schleeberg führt die Route weiter hinauf auf den Tannberg, von wo der Blick weit ins Salzkammergut und zu den bayerischen Alpen reicht.

Landkarte: F&B Nr. 391

Steckbrief#

503 Meter Seehöhe. Der Obertrumer See ist 4,5 Kilometer lang und im Durchschnitt 1 Kilometer breit, größte Tiefe 35 Meter. Der Mattsee misst rund 3,4 Kilometer mal 1,5 Kilometer, bei einer maximaltiefe von 40 Metern und der Grabensee etwa 2,2 Kilometer mal 800 Meter. Seine größte Tiefe wurde mit 13 Metern ermittelt. Der Fischreichtum der Seen ist beachtlich und es gibt mehrere Berufsfischer, welche die örtliche Gastronomie versorgen. Reinanke, Aal, Zander, Waller, Karpfen, Barsch, Brachse, Schleie, Hecht.
Tauchsport: Obertrumer See: Das Wasser ist trüb, die Sichttiefe beträgt im Durchschnitt bloß 2 m. Ab 12 m Tuefe gibt es keinen Sauerstoff mehr. Die flachen Seeufer sind teilweise von einem Schilfgürtel umgeben, in dem die Fische ihre Laichplätze und die Vogelwelt ihre Nistplätze haben. Die Pflanzenwelt ist, abgesehen vom Schilfgürtel, spärlich, da der Seeboden verschlammt ist. Die besten Tauchzeiten sind Frühjahr und Sommer. Einstiege nur bei den drei Strandbädern. Wegen der vielen von den Fischern ausgelegten Netze ist es sehr ratsam, sich vor einem Tauchgang genau über deren Lokalität zu erkundigen. Mattsee: Bedingungen gleich wie bei Obertrumer See. Einstieg nur beim Strandbad möglich. Grabensee: Er wird vom Abfluss des Obertrumersees gespeist. Die Sichtweite beträgt 3 m; ab 9 m Tiefe gibt es keinen Sauerstoff mehr. Sonstige Bedingungen gleich wie bei Obertrumer See. Einstieg beim öffentlichen Strandbad.

Information: Tourismusverband Mattsee, Marktplatz 1, A-5163 Mattsee, Telefon: (06217) 6080, Fax: (06217) 7421, E-Mail: info@mattsee.co.at, Internet: www.mattsee.co.at.
Schifffahrt: (Linienverkehr von Ende April bis Ende Oktober mit der „Seenland“) Tel. 06217/5432 e-mail: h.steiner@sbg.at www.steiner-nautic.at




© Bild und Text Hilde und Willi Senft