Kammersee #

Kammersee
Man kann den Kammersee eigentlich nur im Zusammenhang mit dem Toplitzsee nennen, erreicht man ihn doch nur von diesem aus. Der kleine See mit seinem kaum je vom Wind bewegten Wasserspiegel liegt sozusagen hinter dem Toplitzsee in einem fast unzugänglichen Felsenkessel „fast am Ende der Welt“. Mit dem Toplitzsee durch einen Gehsteig verbunden, gelangt man zu ihm nur über die Anlegestelle der „Motorplätte“ von der „Fischerhütte“ her. Man geht die wenigen Minuten hinüber zum Kammersee längs eines aus dem Fels gehauenen, eindrucksvollen Kanals, der im 16. Jahrhundert von Strafgefangenen gebaut wurde und der Holztrift diente. (Inzwischen hat sich der Kammersee einen unterirdischen Abfluss zum Toplitzsee gesucht, so dass der Triftkanal heutzutage trocken ist). 

Im Kammersee, der das Wasser aus einem beträchtlichen Teil der umliegenden Berge des Toten Gebirges sammelt, entspringt der Hauptquellfluß der Traun. Sein Wasserspiegel schwankt von sieben bis zu fünfundzwanzig Metern. Die etwa zwanzig Minuten dauernde Fahrt mit der Plätte von der Fischerhütte zum Kammersee ist besonders im Frühjahr ein Erlebnis. Da blüht der köstlich duftende Petergstamm (Gelbe Aurikel) an den lotrechten Felswänden und von der oberhalb des Toplitzsees gelegenen Vorderbach-Alm stürzen zwei gewaltige Wasserfälle herab... 

Sagen #

Die Wildfrauen vom Kammersee: Dieser abgeschieden liegende See wurde einst von den Wildfrauen, auch Salige Frauen genannt, als Badewanne benützt. Oft saßen sie beim stäubenden Wasserfall der Traun, die am hinteren See-Ende in den Felsen entspringt, kämmten ihr langes blondes Haar und sangen wunderschön. Nur ganz selten sah ein menschliches Auge die herrlichen Gestalten und wer nicht sogleich wegeilte, war ihnen für immer verfallen. Seit mehreren Jahrhunderten sind diese märchenhaften Gestalten aber aus der Gegend verschwunden. Als die Menschen nämlich in der Zeit um 1550 einen Felskanal bauten, um den Kammersee mit dem Toplitzsee zur Holztrift zu verbinden, war der Lärm der Steinarbeiter und Holzfäller so groß, dass die Wildfrauen aus der Gegend verschwanden. 

Wandervorschlag #

Wandern am Kammersee: Vom Anfang des Triftkanals führt ein Steiglein zum gegenüberliegenden Ufer. Zwischen Felsblöcken und unter fast überhängenden Wänden spazieren wir zu einer verträumten kleinen Seewiese. 

Steckbrief#

Der Name Kammersee leitet sich, so wie der Begriff Salzkammergut, von der kaiserlichen Finanz-Kammer ab. Das gesamte Gebiet war ja kaiserlicher (ärarischer) Besitz – das Salz eine der bedeutendsten Einnahmsquellen des Habsburger-Hauses. Die Salz-Sudpfannen wurden mit Holz befeuert, wozu riesige Waldungen notwendig waren. Der Kammersee lag im Zentrum eines solchen wichtigen Waldgebietes.
730 Meter Meereshöhe, 7 bis 25 Meter tief.

Information: Informationsbüro Grundlsee, Mosem 25, 8993 Grundlsee, Telefon: (03622) 8666, E-Mail: info.grundlsee@ausserland.at




© Bild und Text Hilde und Willi Senft