Leopoldsteiner See #

Leopoldsteiner See
Rundum von hohen Felswänden eingeschlossen, breitet sich die bei Schönwetter spiegelglatte, blaugrüne Wasserfläche dieses größten Hochschwabsees als echtes landschaftliches Kleinod vor dem Besucher aus. Der Felsriegel der Seemauer erhebt sich im Norden mehr als tausend Meter über dem See; im Südosten ist es der eindrucksvolle Pfaffenstein. Man kann den Leopoldsteinersee in einer guten Stunde zu Fuß umrunden und wird dabei erst die einmalige Wasser-Berg-Szenerie richtig in sich aufnehmen können.

Sagen#

Der Wassermann und wie der Erzberg entdeckt wurde: Dort wo das Wasser aus dem Leopoldsteinersee abfließt, hielt sich gerne ein seltsames Wesen auf, ein kleiner Mann mit einem schuppigen Leib wie ein Fisch. Er hatte noch keiner Menschenseele etwas zu Leid getan, aber die Menschen misstrauten ihm, wie sie allem misstrauen, das anders ist als sie. Sie wollten ihn totschlagen, waren sich aber nicht sicher, ob er sich nicht furchtbar rächen würde.

So kamen sie überein, ihn vorerst einmal zu fangen. Dazu dachten sie sich eine List aus: Sie ließen ein schönes glitzerndes Gewand anfertigen, das sie innen mit Pech beschmierten und legten es beim Seeabfluss aus. Und prompt konnte der Wassemrann nicht widerstehen und schlüpfte in die Kleidung. Das machte ihn aber so schwerfällig, dass es ein leichtes war, ihn zu fangen. Er war sehr zornig: „Wenn ihr mich gefangen haltet, kann euch das nur Schaden bringen, wenn ihr ich aber frei lasst, werde ich euch belohnen, nur müsst ihr euch das Geschenk selbst aussuchen: Ich kann euch Gold bieten, allerdings nur für kurze Zeit, oder Silber, es wir daber auch nur einige Jahre anhalten, Eisen könnte ich euch hingegen für immerdar schenken!“

Die Leute beratschlagten lange und entschlossen sich schließlich doch für das Eisen, das über Jarhunderte zum Segen der dort lebenden gereichte.

Wandervorschlag#

Vom Leopoldsteinersee auf den Hochblaser: Wer trittsicher ist, kann die Besteigung des Hochblaser als Rundtour wie folgt unternehmen: Beim Parkplatz an der Westseite des Sees leitet uns der (an kritischen Stellen auch mit Drahtseilen versicherte) bestens markierte Pfad rasant durch Felsschrofen nach oben. Der Tiefblick auf den See und hinaus nach Eisenerz ist dabei schlechthin einmalig. Nach Erreichen des Roßlochs auf der Seemauer schlängelt sich der Pfad nach hinten zum Gipfelkreuz des Hochblaser (1.771 m), das wir nach 3 Std. erreichen. Besonders die Gesäuseberge sind zum Greifen nahe. Den Absteig nehmen wir über die Hasenwilzinghütte und wandern zum Schluss über die Seeau zum Ausgangspunkt zurück. – Wer nicht geübt ist, kann den Hochblaser ohne jegliche Schwierigkeit auf der eben geschilderten Abstiegsroute erklimmen (3 ½ St. Aufstiegszeit).

Landkarte: Freytag & Berndt Nr. 4

Steckbrief#

Der Name des Sees leitet sich vom nahebei befindlichen Schloss Leopoldstein ab, das um 1680 durch den Hammerherrn Leopold Freiherr von Neidthart erbaut und 1894 durch Prinz Arnulf von Bayern neugotisch erneuert wurde.
628 Meter Seehöhe, 1.500 Meter lang und 350 Meter breit.
Im Hochsommer Bademöglichkeit; Wassertemperatur jedoch kaum je über 18 Grad.

Information: Touristenverbad Eisenerz, Freiheitsplatz 7, 8790 Eisenerz, Telefon: (03848) 3700, E-Mail: infobuero@eisenerz.steiermark.at




© Bild und Text Hilde und Willi Senft