Schwarzensee #

Schwarzensee
Der Schwarzensee liegt im „Naturpark Sölktäler“ mitten in den Schladminger Tauern und ist der größte von rund 300 dort von der Natur so „verschwenderisch ausgestreuten“ Seen. Das Gewässer befindet sich im hinteren Kleinsölktal (Zufahrt über Kleinsölk – Breitlahner; das letzte Stück Mautstraße). Vom Breitlahner weg muss man auf Schusters Rappen umsteigen und geht eine ¾ Std. längs einer Alm/Forst-Straße durch das „Obertal“, vorbei an bewirtschafteten Almen, bis zum prachtvollen Bergsee, an dessen Nordende das Colloredo-Mannsfeldsche Forsthaus steht. Die Naturparkverwaltung hat längs des Seeufers einen Wasserschaupfad mit naturkundlichen Informationen angelegt.

Sagen#

Das Hirschenkreuz am Schwarzensee: Einst baute sich ein gottesfürchtiger Fischer am Schwarzensee eine kleine Hütte, um hier sommersüber seinem Beruf nachgehen zu können. Er hatte eine reizendes kleines Töchterchen. Wenn die Mutter hin und wieder ins viele Gehstunden entfernte Dorf musste, um Einkäufe zu besorgen, dann spielte die Kleine am Ufer und der Vater beobachtete sie von seinem Kahn aus. Eines Tages war die Mutter wieder unterwegs und als die Kleine friedlich spielte, kam plötzlich ein starker Hirsch aus dem Dickicht um am Ufer zu trinken. Das Mädchen ging furchtlos auf ihn zu und reichte ihm ein Büschel Gras. Der Hirsch schnuperte daran und fraß es auf. Als der Vater plötzlich den Hirsch bemerkte, ruderte er erschrocken ans Ufer und rief: „Lauf weg, sonst spießt er dich auf!“ Da war aber auch der Hirsch schon verschwunden.

Und wieder einmal war die Mutter ins Dorf gegangen und die Kleine spielte am Ufer. Da tauchte plötzlich ein Wolf auf, packte das Kind am Kleidchen und wollte es wegzerren. Ehe der entsetzte Vater das Ufer erriechen konnte, war aber der Hirsch mit seinem mächtigem Geweih da und es entbrannte ein blutiger Kampf. Der Wolf musste das Mädchen loslassen. Der Fischer stürmte herbei und hatte sein schweres Ruder an sich gerissen. Damit konnte er dem Wolf den Schädel spalten…Vom Hirsch war aber nur noch eine Blutspur zu sehen. Am See ließ er sich nie mehr blicken.

Wandervorschlag#

Auf die Putzentalalm: Vom Schwarzensee folgen wir der Markierung weiter aufwärts in Richtung „Putzentalalm – Landschitzscharte – Prebertörl“. Bereits nach ½ Std. erreichen wir die auf 1.354 m gelegene Alm mit ihren urigen Hütten (von Mai bis Oktober bewirstchaftet; es wird hier noch am offenen Feuer gekocht und gekäst!). Einmalig schön liegt die Alm in den Felsenkessel eines Talschlusses eingebettet; ein Dutzend Wasserfälle stäuben in den Talgrund herab. In 2 Std. erreichen wir von der Alm, durch eine großartige alpine Landschaft aufsteigend, in westlicher Richtung die Landschitzscharte (2.345 m) oder in südlicher Richtung das Prebertörl (2.194 m).

Auf die Tuchmoaralm: Am nordwestlichen Ast des Kleinsölktales liegt die Tuchmoaralm auf 1.509 m. Sie kann in 1 bis 1 ½ Std. mühelos erreicht werden kann. Dazu fahren wir vom sogenannten Kesslerkreuz in Richtung Striegleralm, folgen dann aber linkerhand dem Wegweiser „Tuchmoaralm“. Weiter geht es mäßig aufwärts bis zu einem Parkplatz. Durch Wald und bald über freies Gelände erreichen wir die Alm, auf der vier Hütten mit Kühen bewirtschaftet sind und uns noch ein intaktes Almleben erwartet. Wollen wir noch weitere zwei Stunden anschließen, dann empfiehlt es sich ins Tuchmoarkar mit seinem kleinen See aufzusteigen Landkarte: Freytag & Berndt Nr. 201

Steckbrief#

Namensdeutung: Bei bewölktem Himmel mag der Seespiegel – von einem der umliegenden Gipfel aus gesehen – durchaus anstatt blau auch „schwarz“ erscheinen.
1.163 Meter Seehöhe, 1.000 Meter lang, 250 Meter breit.

Gebirgssee, der über Wanderwege erreichbar ist. Keine Badetemperatur. Fischarten: Forellen und Saiblinge.
Information: Reginalverband, Dachstein-Tauern, Ramsauerstraße 756, A-8970 Schladming, Tel.: (03687) 23310, Fax: (03687) 23232, E-Mail: info@dachstein-tauern.at, Internet: www.dachstein-tauern.at




© Bild und Text Hilde und Willi Senft