Teufelssee#

Teufelssee

An einem der entlegendsten Plätze der Steiermark, liegt der Teufelssee unterhalb des Brandsteins im nordwestlichen Teil des Hochschwabmassivs. Er ist nur zu Fuß erreichbar und darüber hinaus auch nicht einfach zu finden. In einer riesigen Trichterdoline liegend, auf zwei Seiten von lotrechten Felswänden und auf den anderen beiden von echtem Urwald umgeben ist er von einer seltenen Mystik umwoben. Kaum ein Windhauch kräuselt je das schwarzgrüne Gewässer, dessen Wasserspiegel unerwarteten Schwankungen unterworfen ist. Und dennoch: Für alle die gut zu Fuß sind und sich nach einer guten Karte auch orientieren können, ist das Gewässer durchaus zu finden.

Sagen#

Der Teufel selbst, wusch sich im See: Als der Teufel sich einmal lange Zeit auf der Erde herumgetrieben und viele Untaten verübt hatte, wurde er so schwarz, dass er darüber selbst heftig erschrack. Sofort eilte er zum See am Fuß des Brandsteins, um sich dort weiß zu waschen. Seither ist das Seewasser schwarz.

Der Teufel kühlte sich im See ab: Ein Schuster, der zur Almzeit oberhalb des Sees den Sennerinnen die Schuhe ausbessern musste, wurde dieser Arbeit bald überdrüssig und versprach seine Seele dem Teufel, wenn dieser für ihn die Arbeit übernehmen würde – allerdings mit der Bedingung, dass der Teufel die Schuhe nur im Winter flicken dürfe. Wenn nun ab und zu jemand im Winter zum See kam, sah er dort den Teufel zähneklappernd am Eis sitzen und Schuhe flicken. Das wurde aber auf Dauer selbst dem Teufel zu viel, er kündigte den Vertrag auf und sprang in grenzenloser Wut in den See um sich abzukühlen. Seither ist das Seewasser schwarz.

Hier ist es unheimlich…: Wenn Jäger am See vorüber gingen, sahen sie manchmal dort den Teufel wie er übermütig Purzelbäume schlug und ihnen zurief „Heut kriagts nix!“ – und tatsächlich an diesem Tag gab es kein Schussglück. Ein Kräuterweibl, das sich einst weit oberhalb des Sees zum Schlafen niedergelegt hatte, erwachte knapp am Rande des Wassers. Von da an mied sie den See, weil es dort nicht geheuer sei.

Wandervorschlag#

Zum Teufelssee – Nur für konditionsstarke Geher!: Vom Leopoldsteinersee weg wandern wir über die Seeau durch das Fobistal aufwärts und erreichen nach 3 ½ Std. die Fobisalm (1.394 m). Von hier wandern wir auf Pfadspuren zum markanten Fobisturm und den Höllsattel hinauf und steigen sodann in das Hölltal ab. Vorbei an der verfallenen Höll-Alm und einem kurzen Gegenanstieg geht es in eine breite Schlucht hinunter, die von Seekogel und kleinem Brandstein gebildet wird. Nach einer Weile sehen wir schon den Seespiegel heraufblinken und finden uns am Seeufer in einer Urwelt mit umgestürzten Bäumen – am Ufer und unter Wasser treibend. Es gibt hier kein Gipfelbuch, sondern ein Seebuch (2 ½ Std. von der Fobisalm). Die gesamte Tour nimmt an reiner Gehzeit zwölf Stunden in Anspruch!

Landkarte: Freytag & Berndt Nr. 4

Steckbrief#

Die Ortsbezeichnung dürfte sich wohl vom legendenumwobenen Platz, wo sich auch der Teufel einfindet, ableiten.
1.090 Meter Seehöhe, 200 Meter lang und 30 bis 50 Meter breit.

Information: Tourismusverband Wildalpen, Nr. 91, 8924 Wildalpen, Telefon: (03636) 341, Fax: (03636) 313, E-Mail: tourismus@wildaplen.at




© Bild und Text Hilde und Willi Senft