Toplitzsee#

Toplitzsee
Nur eine halbe Gehstunde vom Grundlsee entfernt liegt der geheimnisumwitterte Toplitzsee. Obwohl er zu den kleinen Salzkammergutseen zählt, ist er mit einhunderteinundzwanzig Metern doch der tiefste. Kein Wunder, begrenzen doch über hundert Meter hohe senkrechte Felswände den See an mehreren Seiten. Zu Fuß umrunden kann man den See nicht, man gelangt nur an sein Westufer – für alle weiteren Erkundungen muss man sich einem motorbetriebenen kleinen Boot, einer „Plätte“, wie die flachen Schifflein im Salzkammergut genannt werden, anvertrauen. So unglaublich es klingt, aber ab etwa sechzig Meter Tiefe ist das Wasser des Toplitzsees eine hochkonzentrierte Salzlake praktisch ohne organisches Leben – nur uralte Baumstämme treiben gespenstisch in dieser Tiefe… Das soll aber nicht heißen, dass darüber keine Fische zu finden wären. Im Gegenteil, die Toplitzsee-Saiblinge sind berühmt.

Noch immer spukt die Idee von einem versenkten Schatz des „Dritten Reiches“ in den Köpfen von Abenteurern und manchen Einheimnischen, war der See doch in den Jahren bis 1945 Versuchsstation der Deutschen Kriegsmarine. Inzwischen hat man fast jeden Quadratmeter des Seegrundes mit speziellen Tauchgeräten abgesucht und außer gefälschten britischen Pfundnoten und verschiedenem Kriegsmaterial nichts gefunden. – Man kann sich darüber sehr gut im Restaurant „Fischerhütte“ informieren (der einzigen Einkehr-Stätte am See).

Inzwischen gab es im Sommer 2004 wieder Pressemeldungen, dass neuerlich nach versenktem „NS-Material“ gesucht werden soll, hofft man doch Unterlagen über Nummerkonten auf Schweizer Banken“ zu finden. Zu erwähnen sind auch die wissenschaftlichen Forschungen des Meeresbiologen Hans Fricke, der mit seinem Tauchboot (siehe Bild) den See schon mehrmals erkundet hat.

Wandervorschlag#

Toplitzsee
Zum Toplitzsee: Will man zum Toplitzsee gelangen, so kann man dies nur zu Fuß tun. Vom Ostufer des Grundlsees weg spaziert man in wenigen Minuten, vorbei an der winzigen Pfarrkirche (die übrigens als einzige in der Steiermark nicht der Diözese, sondern den vierzehn Bauern von Gößl gehört) zur romantischen kleinen Ortschaft Gößl mit ihren klassischen Ausseer Holz-Häusern. Direkt unter der glatten Flucht der fast bedrohlich über den Köpfen aufragenden „Gößler-Wand“ geht es sodann auf schattigem Waldweg längs der Toplitz-Traun bis zur „Fischerhütte“ am Toplitzsee, die man gemütlich nach einer halben Stunde erreicht. Den Rückweg wählt man am besten (der Markierung und den Tafeln des „Geo Trails“ folgend – in der Nähe der Fischerhütte interessante „Getschermühlen“ aus der letzten Eiszeit) über die so genannte Ranftlmühle zum Ostufer des Grundlsees.

Zum Dreiseen-Blick und weiter zur Lacken-Jagdhüttte: Unter der Bezeichnung „Kammertret“ findet man auf den Wanderkarten oberhalb des Toplitzsees jenen Platz, von dem aus man den Grundlsee, Toplitzsee und Kammersee gemeinsam überblicken kann. Um dort hin zu gelangen benötigen wir eine genaue Wanderkarte.

Unweit des Stimitz-Ursprungs, südlich des Toplitzsees, finden wir einen alten, aber guten Fußweg, der parallel zum Toplitzsee in gleichmäßiger Steigung gemütlich nach oben führt. Wir folgen dem Pfad so lange, bis wir im Bereich „Grillberg“ auf eine Forststraße stoßen, der wir etwa 1,5 km folgen. Knapp ehe sie am „Kammerboden“ zu Ende ist, sehen wir rechterhand einen kleinen Steinhaufen als Markieurng für den Weiterweg zum „Kammertret“. Er ist ein angenehmer Fußweg, der im Schrofengelände nach oben führt. Nach mehreren Kehren erreichen wir jenen von den Fotografen geschätzten Platz, wo man alle drei Seen, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, überblicken kann. Etwa 2 Std. haben wir herauf benötigt und wenn wir noch eine ¾ Std. dazulegen, gelangen wir durch eine romantische „alpine Parklandschaft“ zur Lacken-Jagdhütte auf 1.546 m Seehöhe.

Landkarte: F & B Nr.281

Steckbrief#

Der Name „Toplitz“ leitet sich wohl eindeutig vomslawischen „Toplice“ ab, was mit „Wasser“ im weitesten Sinne zu tun hat.
718 Meter Meereshöhe, 1.600 Meter lang, 121 m tief.
Motorplätte zum Kammersee, Bootsverleih, Tauchen nur mit Sondergenehmigung der Österr. Bundesforste, Sportfischen, keine Bademöglichkeit, Eislaufen (der See friert wesentlich eher als der benachbarte Grundlsee zu).

Information: Informationsbüro Grundlsee, Mosem 25, 8993 Grundlsee, Telefon: (03622) 8666, E-Mail: info.grundlsee@ausserland.at


© Bild und Text Hilde und Willi Senft