Fernpaß-Seen #

Fernpass See
Der Fernpass (1.210 m), der uralte Übergang und Handelsweg zwischen Garmisch und Landeck, ist zugleich auch Sprachgrenze. Während Nassereith am Südende des Passes dem bajuwarischen Sprachgebiet zugehört, befindet sich Biberwier an seinem Nordende bereits im schwäbischen Einflussbereich, dem „Alemannenwinkel“ Tirols. 

Uns geht es hier aber mehr um die Landschaft. Schon der „Baedeker jener beschaulichen Zeit um 1900“ schreibt über den Fernpass: „Die Straße bis Nassereith ist die schönste aller bayerisch-tiroler Gebirgsübergänge. Zwischen den beiden Ausgangsorten glitzern nämlich einige Seen wie kostbare Juwelen auf…“ 

Und tatsächlich, wenn man von Lermoos anreisend, zuerst an den Mittersee und an den Weißensee mit seinen vier Inseln kommt, so ist es schwierig, von dem unwirklichen Grün eine Vorstellung zu geben, welches einem aus den Seetiefen entgegenstrahlt. Überschreitet man dann den Fernpass, so leuchtet der grüne Fernsteinsee verheißungsvoll herauf. Und mitten im See, über seinen blaugrünen Buchten, hoch auf waldiger Kuppe, thronen die alte Sigmundsburg, vielleicht die am malerischsten gelegene von allen Ruinen Tirols, sowie die eindrucksvolle Feste Fernstein selbst, die einst den Pass sperrte. 

Die ungewöhnliche Landschaft rund um den Fernpass, wurde durch einen gewaltigen prähistorischen Bergsturz geschaffen. Die Gesteinsmassen strömten wie eine Lawine zu Tal, prallten auf den Gegenhang, teilten sich in zwei Äste und fuhren nach Süden bis vor Nassereith, nach Norden bis hinter Biberwier. So entstand diese malerische Buckellandschaft mit den kleinen Bergen, Hügeln und Tälern und dem besonderen Schmuck ihrer Seen. 

Wandervorschlag #

Rund um die Fernpass-Seen: Wir beginnen die Wanderung am Parkplatz östlich der Straße und folgen vorerst dem „Lärchenweg“ durch lichten Wald und über Weideland zum Weißensee(1.082 m). Entlang seinem Ostufer, immer am Fuß schroffer Abhänge, geht es sodann durch Wald mäßig aufwärts, wobei wir eine alte Römerstraße begehen. Auf dem „Schöne Aussicht Weg“ gelangen wir sodann zum Gasthof Zugspitzblick mit herrlicher Aussicht. Wir überqueren die Fernpassstraße und steigen über eine Geländestufe zum Blindsee ab (1.092 m). An seinem sehr steilen Nordufer folgen wir dem „Blindseeweg“ weiter, gelangen über eine kleine Einsattelung und zweigen rechts zum Mittersee (1.092 m) hinüber. Durch ein Tälchen kommen wir zu den Loisachquellen und weiter zu den ersten Häusern von Biberwier und zurück zum Ausgangspunkt. Gesamtgehzeit: 3 ½ Stunden.  

Landkarte: F&B Nr. 352 

Steckbrief#

Blindsee: 1 Kilometer lang, 300 Meter breit, größte Tiefe 22 Meter. 1.092 Meter Seehöhe. Der See kann sich in warmen Sommermonaten bis auf 24 Grad erwärmen. Reicher Besatz an Forelle, Reinanke, Barsch und Saibling.
Fernsteinsee: 500 Meter lang, 400 Meter breit, größte Tiefe 17 Meter. 934 Meter Seehöhe. Viele Forellen. Rudern und Angeln.
Weißensee: 400 Meter lang, 200 Meter breit, 1.082 Meter Seehöhe

Mittersee: 300 Meter lang, 150 Meter breit, 992 Meter Seehöhe
Tauchsport: Blindsee: Der glasklare Blindsee wird von den Tauchern auch wegen seiner bizarren Unterwasserlandschaft besonders geschätzt. Die besten Sichtweiten gibt es im Frühjahr vor der Schneeschmelze und im Herbst. Das Tauchen ist nur mit Genehmigung gestattet; der beste Einstieg befindet sich neben dem Bootshaus am Parkplatz

Fernsteinsee: Der See gilt als einer der klarsten im gesamten Alpenraum. Die besten Sichtweiten im Frühjahr und im Herbst reichen bis zu sensationellen 80 Metern (!). Besonders interessant sind die Unterwasserflora und die Forellenschwärme. Der See befindet sich in Privatbesitz (Hotel „Schloss Fernsteinsee“) und Tauchgenehmigungen werden nur an Hotelgäste vergeben. Zwei Einstiege neben dem Bootshaus.

Information: Tourismusverband Sonnenplateu, Karl-Mayr-Straße 1169, 6465 Nassereith, Telefon (05265) 5253, Fax: (05265) 52534.




© Bild und Text Hilde und Willi Senft