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Pulkau "Pulkaner Bründl" Wallfahrtsanlage, Quelle#

Gemeinde und Pfarre Pulkau; Ort Raling; Bezirk Hollabrunn


Pulkau, Pulkaner Bründl

Tourist/Web Info

Tel: 02946 2276
pulkau-noe.at

Wegbeschreibung

Stockerau - HolIabrunn - Hasdorf Pulkau, Hollabrunn, Niederösterreich

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, viel Wasser



Der Ort:#

Pulkau ist die jüngste Stadt im "Retzer" Land. Das Städtchen schmiegt sich in die Enge des Pulkautales und die Silhouette der Landschaft wird von den Kirchtürmen bestimmt. Hier verbindet sich das herbe Waldviertel mit dem sonnigen Weinviertel und trotz der edlen Weine, die gekeltert werden, bezeichnet sich Pulkau als eine Obstbaugemeinde. Die auf dem Hügel liegende Michaelskirche und der Karner zählen zu den schönsten Baudenkmälern Niederösterreichs. In der Heilig-Blut-Kirche, einem unvollendeten Bau der Hochgotik, kann ein wunderbarer Flügelaltar bewundert werden. Aus allen Himmelrichtungen führen Weitwanderwegen ins Retzer Land. Auf den Touren erlebt man ein Österreich der Vielfalt und des Charmes - z. B. am Thayatalweg, 170 km (Nebelstein, Weitra, Gmünd, Schrems, Heidenreichstein, Dobersberg, Kar1stein, Raabs, Drosendorf, Geras, Riegersburg, Hardegg, Retz), am Waldviertel-Weinviertel-Weg, 43,5 km (Rosenburg, Maria Dreieichen, Sigmundsherberg, Pulkau, Retz), oder dem Urgeschichts-Wanderweg (Eggenburg, Retz). 50 km markierte Wanderwege führen allein durch das Landschaftsschutzgebiet "Oberes Pulkautal" und die Umgebung von Pulkau. Kirchen- und Stadtführungen gibt es an jedem Samstag, Sonntag und Feiertag um 15.00 Uhr bzw. nach Vereinbarung.

Der Weg zur Quelle:#

Von Pulkau kommend fährt man auf der B 45 in Richtung Horn. Ca. 2,5 km nach Pulkau kommt das Hinweisschild zur Bründlkapelle. Man sieht die Marienkirche von der Straße aus und fährt etwa 100 Meter durch gepflegten Weingarten bis zum Parkplatz. Die Kapelle liegt einige Meter unter dem Niveau des Weinberges, eine Stiege führt zur Wallfahrtsanlage. Man kann aber auch auf Pfaden, die rund um die weiträumige Senke als Kreuzweg angelegt sind, zur Kirche hinuntergehen. Alle Kreuzwegstationen, die Brunnenanlage und Kirche sind in Schönbrunner Gelb gestrichen, alte Bäume, die eine Anzahl Spechte angezogen haben, machen den zauberhaften Anblick perfekt. Ganz in der Nähe findet man einen keltischen Ringwall. Hier haben vor 2.000 Jahren die Ahnen gebetet.

Pulkau, Pulkaner Bründl

Allgemeines:#

1680 wütete die Pest in Pulkau und der Markt war gesperrt. Am Quellenort trafen sich die vor der Seuche Geflüchteten und brachten am Baum ein Marienbild an. Sie beteten und tranken vom ausgezeichneten Wasser. Viele blieben vom schwarzen Tod verschont. Als eine arme Witwe wenige Jahre später träumte, sie solle ihr lahmes Kind im Wasser waschen, und dieses geheilt wurde, war der Zulauf an Menschen beträchtlich, es entwickelte sich reger Wallfahrtsbetrieb. Rund 20 Jahre später baute der Schulmeister die erste hölzerne Kapelle, 1724 wurde die heutige errichtet. Von den vielen Votivgaben der alten Zeit ist leider nichts übrig geblieben. Von 1756 bis 1794 wurde das Heiligtum von Eremiten betreut, die Klause steht heute noch. Zum Hauptfest am 2. Juli (Mariä Heimsuchung) kommen immer noch viele Menschen, aber 8000, wie noch zur 200- Jahr-Feier sind es wohl nicht mehr.

Die Quelle:#

Bei ihr befand sich bereits ein vorchristlicher Kultplatz, denn der heilige Ort ist seit dem Neolithikum besiedelt. Die Quelle gehört zu den wichtigsten Niederösterreichs, denn hier, auf dem ehemaligem Meer am Rande der Böhmischen Masse, kann man davon ausgehen - ihr Wasser ist völlig reif, bevor es an die Erdoberfläche kommt. Ein Gesteinsprofil zeigt 140 cm mächtige Algenkalke mit Muscheln. Darunter etwa 70 cm Kalkschalen von Muscheln und Schnecken und erst dann Sandstein (genauer nachzulesen auf einer Tafel beim Bründl). Das Bründl entspringt unter der Kirche und tritt in der etwas links liegenden Grotte zu Tage. Die frühere Statue hat man durch eine Lourdesnachbildung ersetzt, das tut aber der Heiligkeit keinen Abbruch Es ist ein Ort der Gelassenheit und Ruhe, aber auch der Inspiration, einer, bei dem viel gebetet wird, und das merkt der aufmerksame Besucher sofort.

Das Wasser:#

Es hat Heilqualität und rinnt stark und stetig in ein Überlaufbecken und dann über ein kleines Bächlein ab. Flaschen und Kanister können im Nu befüllt werden. Zum Wasser kommt man über einige Stufen und es wäre schade, sich beim Bründl nur die Augen zu benetzen, um "sehend" zu werden. Von einem Gottesgeschenk muss man mit nach Hause nehmen.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.