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St. Johann im Mauertale "Johannesbrunnen"#

Gemeinde Rossatz; Pfarre Mitterarnsdorf; Ort St. Johann im Mauertale; Bezirk Krems-Land


St. Johann im Mauertale, Johannesbrunnen

Tourist/Web Info

Tel: 02714 6217
www.rossatz-arnsdorf.at

Wegbeschreibung

Wachau - rechtes Donauufer - Rossatz Rossatz, St. Johann im Mauertale, Niederösterreich

Wasserentnahme

Brunnen frei zugänglich, ausreichend Wasser



Der Ort:#

St. Johann gehört zur Gemeinde Rossatz und besteht aus der Kirche, in der einmal im Monat die Messe gelesen wird, und wenigen Häusern. Rossatz selbst ist die größte Marillenbaugemeinde Niederösterreichs und liegt am rechten Donauufer im Herzen der Wachau, direkt gegenüber von Spitz und Dürnstein; es gibt Fährverbindungen über den Strom. Der Wein- und Obstbauort hat eine 1.000-jährige Geschichte, dementsprechend zahlreich sind die Sehenswürdigkeiten, z. B. allein fünf Kirchen, zwei Schlösser, mehrere Römertürme, etliche Kleindenkmäler, wie Pranger oder Nepomukstatue, und eine Aussichtswarte neueren Ursprungs. Wunderbaren Wein und süßes, am Baum gereiftes Obst kann man direkt bei den Bauern beziehen, ein großer Campingplatz ist mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet.

Der Weg zur Quelle:#

Das Heiligtum findet man neben der Straße, unmittelbar bei der alten Kirche auf der rechten Seite. Gleich danach beginnen Weinfelder, im Hintergrund blitzt die Donau zwischen Pfirsich-, Marillen- und Mandelbäumchen hervor. Schon wenige Schritte in dieser milden, gesegneten Landschaft am Fluss bringen Erholung und Einkehr.

St. Johann im Mauertale, Johannesbrunnen

Allgemeines:#

Die erste Kirche ist bereits 800 n. ehr. entstanden, im 13. Jh. war sie dem Stift St. Peter in Salzburg unterstellt, der jetzige Baubestand stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jh.s. Im rechten und linken Seitenaltar gibt es zwei Johannes-Kopfschüsseln, die man zum Auffinden von Ertrunkenen brauchte. Der Brunnenkult zeigt die Verbindung mit alten Taufzeremonien und die Verehrung des hl. Johannes, aber auch ein Volksheiliger, der nie von der Kirche kanonisiert wurde, der selige Albinus und seine Begleiterin Rosalie wurden angebetet. Das Grab des Albinus dürfte sich in der Kirche befinden. Der Legende nach verband die beiden eine tiefe Freundschaft, die über den Tod hinaus währte. Lange Zeit gab es den Brauch, die Statue des Albinus aufzuheben, denn nur wer sie leicht forttragen konnte, war frei von Vergehen. Dem Sünder wurde sie unglaublich schwer und er konnte sie nicht bewegen. Auf diese Art soll sogar ein Mörder überführt worden sein (die Ähnlichkeit des Hebekultes mit der heutigen Kinesiologie ist frappant). Bei der Legende über das Waschen der Statue handelt es sich wahrscheinlich um die Überlieferung eines alten Regenzaubers. Der Kultplatz wurde früher so gut besucht, dass an Wallfahrtstagen mehrere Geistliche Dienst tun mussten. Auch heute noch kommen die Menschen um den 24. Juni, besonders dann, wenn große Dürre herrscht.

Quelle und Wasser:#

Der Wiesenfleck, auf dem es die Quelle schon mehr als ein Jahrtausend gibt, ist mit einer überwachsenen Bruchsteinmauer eingefasst. Der Brunnen wird von vier Säulen flankiert, die ein glockenförmiges Schindeldach tragen. Heute ist die Wasserstelle mit Holzplanken abgedeckt und hat seitlich einen Auslass mit einem Hahn. Man muss nicht lange pumpen, bis das Wasser kommt, es fließt über einen Steintrog ab.

St. Johann im Mauertale, Johannesbrunnen
Heute weiß man, dass identische Erde, die mit unterschiedlichem Wasser gegossen wird, bereits nach einem Monat deutlich unterschiedliche Mengen an Mineralien und Bodenlebewesen aufweist, heilendes Wasser heilt eben auch die Erde. Hier trinkt der Mensch ein Wasser, das ihn zu seinen Ursprüngen und zu seiner Intuition zurückführt. Tiefe Liebe zur Natur und Verständnis für ganzheitliche Zusammenhänge steigen auf. Es ist gutes, kaltes Wasser, das man sehr lange stehen lassen kann, es bricht nicht. Man kann es problemlos abfüllen. Pflanzen sind für eine Gabe besonders dankbar.



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