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Türnitz "Siebenbrunn" Kapelle und Quelle#

Gemeinde und Pfarre Türnitz; Bezirk Lilienfeld


Türnitz, Siebenbrunn

Tourist/Web Info

Tel: 02769 8204
www.tuernitz.at

Wegbeschreibung

A 1 - Abf. St. Pölten - Lilienfeld - Türnitz - B 20 Richtung Annaberg Ternitz, Neunkirchen, Niederösterreich

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, viel Wasser



Der Ort:#

Türnitz liegt im Quellgebiet des oberen Traisentales, in einer der waldreichsten Regionen des Voralpenlandes. Hausberg ist der Eibl mit 1.007 Meter Seehöhe (Schigebiet). Hier wandert man durch die Berge oder erbaut sich auf 25 km Waldpromenaden, dabei wird neue Energie auf einer Gesundheitsrunde durch den Kneippweg getankt. Der Name Türnitz ist slawischen Ursprungs und bedeutet schwer zugänglicher, abgeschiedener Ort. Das lässt darauf schließen, dass die ersten Ansiedler Slawen waren, die sich zur Zeit der Völkerwanderung in diesem Gebirgstal niederließen. Schlaue Leute bilden sich im Feuerwehrmuseum, das alte Uniformen, Abzeichen, Geräte und Ledereimer zeigt; im K & K Museum, in einer alten Mühle mit dem Sessel des letzten Kaisers; im Feld- und Industriebahnmuseum oder im Bauernmuseum.

Der Weg zur Quelle:#

Auf der halben Strecke zwischen Türnitz und Annaberg befindet sich unübersehbar am rechten Straßenrand die Bründlkapelle, man kann hier parken. Etwa 50 Meter weiter auf der rechten Seite, nach zwei Häusern, von der Straße nur durch einen Grünstreifen getrennt, findet man das Brunnenhaus mit dem aus sieben Röhren laufenden Wasser.

Türnitz, Siebenbrunn

Allgemeines:#

Man befindet sich auf der "Via Sacra", der heiligen Straße nach Mariazell. Die Kapelle zu den sieben Brunnen wird auch Maria-Siebenbrunn genannt und ist von einem Wiener Handelsmann gestiftet worden (1714). Die Kapelle wurde früher von Einsiedlern betreut. Ihr Auskommen fanden sie "durch Hingebung des Wassers an die andächtigen Kirchfarther". Was sie nicht selbst benötigten, bekam das Türnitzer Armenhaus. Die Geldspenden gehörten zur besten Einnahmequelle der Bedürftigen. Ein alter Brauch ist es, diejenigen unter den den Pilgern, die zum ersten Mal eine Wallfahrt nach Mariazell unternehmen und zum ersten Mal hier vorbeikommen, mit Wasser aus dem Becken nass zu spritzen - dies unter allgemeiner Heiterkeit. Auch die "neuen" Wallfahrer lassen diese Prozedur über sich ergehen und lassen so das Alte zurück.

Die Quelle:#

Als vor einigen Jahren die alte Straße einer neueren und breiteren weichen musste, verlegte man das früher neben der Straße gelegene Brunnenhaus um einige Meter. Laut Auskunft des ehemaligen Bürgermeisters handelt es sich beim Wasser des Siebenbrunn aber nach wie vor um die Ursprungsquelle. Die Verrohrung ist heute nicht länger als anno dazumal.

Türnitz, Siebenbrunn
Kraftplatz ist heute nur mehr die schön renovierte (meist verschlossene) Kirche, nicht mehr das Brunnenhaus. Das wunderschöne Innere der Kirche ist durch ein Gitter zu sehen. Die Quelle sprudelt immer noch voller Elan aus allen sieben Holzrohren.

Das Wasser:#

Als Augenheilbründl bekannt, aber ohne überlieferte Wunderheilungen, wird man dem Wasser mit Respekt begegnen und es andächtig trinken. Ob Heilimpulse davon ausgehen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Es ist wahrscheinlicher, dass es die Kraft zum Durchhalten gibt, auch den Willen, ein einmal gefasstes Ziel zu erreichen. Der Steintrog, in den das Wasser abrinnt, hat die Form einer Jakobsmuschel, Symbol der Pilger auf dem Jakobsweg. Befüllen von Flaschen oder anderen Behältern ist im Nu geschehen.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.