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Adlwang "Heiliges Bründl" Quelle, Kapelle, Wallfahrtskirche#

Gemeinde Adlwang; Bezirk Steyr Land


Adlwang, Heiliges Bründl

Tourist/Web Info

tel. 07258 7455
www.adlwang.at

Wegbeschreibung

Ansfelden - B 139 Bad Hall - Adlwang Adlwang, Steyr-Land, Oberösterreich

Wasserentnahme

Freier Quellzutritt, viel Wasser



Der Ort:#

Adlwang liegt auf einer Seehöhe von 419 m und hat 1510 Einwohner. Die Gemeinde gehört teilweise zum Kurbezirk Bad Hall, die Entfernung zum Kurzentrum beträgt etwa 3 bis 5 km. Das Zentrum ist die große, prächtige Wallfahrtskirche. Der älteste Wallfahrtsort Österreichs wartet mit beeindruckenden Besucherzahlen auf. Jährlich kommen zu den goldenen Samstagen rund 50.000 Besucher. Diese werden mit einem Kirtag samt Vergnügungspark und einer großen Gewerbeschau auf der Festwiese gefeiert. Besinnliche Stunden erlebt man außer in der Kirche beim Besuch der Wallfahrerausstellung im Gasthof Herzogtum, beim Fischen in den Ortsbächen (Gästekarte im Gemeindeamt), auf vielen markierten Wanderwegen und auf einem sehr informativen, 4 km langen Waldlehrpfad, auf dem neben Bienenstock, Ameisenhaufen und Nistkästen auch die heimischen Baumarten beschrieben sind.

Allgemeines:#

Hinter der Wallfahrtskirche führt eine breite Steintreppe abwärts. Man sieht die Bründlkapelle mit dem Wasser sofort. Man kann auch mit dem Auto zufahren.

Adlwang, Heiliges Bründl
Ein vorchristlicher Quellenkult ist belegt. Im Census ecclesiarum des Stiftes Kremsmünster wird der heilige Brunnen mit einer bereits bestehenden Marienkapelle erstmals im 12 Jh. beim Bau der Haller Kirche erwähnt. Adlwang wird seit jener Zeit als Ort besonderer Marienverehrung genannt und bereits 1330 wurden zu jedem Marienfest und an jedem Samstag Messen gelesen. Papst Eugen IV stattete die für den Andrang der vielen Pilger schon viel zu klein gewordene Kirche 1431 mit einem Ablass aus. Den finanziellen Ertrag verwandte man für ein gotisches Bauwerk, das während, der Bauernkriege durch Brandschatzung zerstört wurde. Das Gnadenbild, eine Pieta, fand man schließlich unter einem Ameisenhaufen wieder. Im alten Mirakelbuch wird vermeldet, die Ameisen hätten sich nicht von der Statue vertreiben lassen, was dem Gnadenbild im Volksmund die Bezeichnung "Maria im Ameisenhaufen" eintrug. Ab 1660 blühte die Wallfahrt auf, es gab einige wunderbare Heilungen und Rettungen, der älteste überlieferte Fall ist einer aus 1620. Bis zum Ende des 17. Jhs. stieg die Anzahl der jährlich gelesenen Messen auf 1350. Der nächste Aufschwung erfolgte 1755, als das Bild des kreuztragenden Jesus Blut schwitzte, was nach einem Gutachten nicht auf natürliche Ursachen zurückzuführen war. Adlwang war damals der berühmteste Wallfahrtsort Oberösterreichs, aus allen Teilen der Monarchie reisten Pilger an. Kaiser Josef II., der eine Aufhebung der Wallfahrt erreichen wollte, biss in Adlwang auf Granit. Weiterhin kamen die Menschen in Scharen, besonders an den goldenen Samstagnächten, das sind die drei Samstage nach Michaeli (29. September).

Die Quelle:#

Nach der Legende stand die Gnadenstatue unter einer großen Linde bei der Heilquelle. Als der Baum alt geworden war und abstarb, brachte man die Statue in die Kirche nach Pfarrkirchen, doch kehrte sie nachts immer wieder zur Quelle zurück. So wurde dort die Kapelle erbaut. Eine zweite Überlieferung erzählt von einer strahlenden Jungfrau, die sich bei der Quelle wusch. Es heißt, dass die heilige Maria sich an den drei goldenen Samstagen nicht in Mariazell aufhält, sondern in der Quelle in Adlwang badet. Das Gnadenbild, die schmerzhafte Muttergottes, steht heute in der Kirche, stand aber bereits in der ersten alten Marienkapelle. Die Quelle entspringt unter dem Hochaltar und wird in die Bründlkapelle geleitet. Die Grotte ist immer überreichlich mit Blumen geschmückt. Darunter auch große Gestecke mit Dankbarkeitsbezeugungen wie "Mich hat das Wasser geheilt." Nachts ist der Gnadenort bestrahlt.

Das Wasser:#

Vom leicht jodhältigen Wasser erhoffen sich viele Besucher eine Verbesserung ihrer Sehfähigkeit. Zeugnis von seiner Wirksamkeit legen die Votivbilder (hinter dem Altar zu sehen) ab. Hier ist ständig Betrieb. Entweder es kommen Menschen, die sich die Augen waschen oder sie reisen mit fahrbaren Untersätzen an, um Flaschen und Kanister mit dem Wasser zu befüllen. "Ich komme alle 14 Tage. Wir kochen damit und wir trinken das Wasser." "Statt Mineralwasser, mir bekommt es besser", meint lakonisch eine Frau, die eine Kiste mit dem Moped transportiert. "Schmeckt nicht wie das aus der Leitung ..." Aus einem Rohr fließt das Wasser unermüdlich und reichlich. Es hat einen eigenwilligen, aber reinen Geschmack und ist sehr kühl.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.