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Brunnenthal "Hl. Brunnen" Quelle und Wallfahrtskirche#

Gemeinde und Pfarre Brunnenthal; Bezirk Schärding


Brunnenthal, Hl. Brunnen

Tourist/Web Info

tel. 07712 30550
www.brunnenthal.at

Wegbeschreibung

A 8 - Abfahrt Suben - Brunnenthal Brunnenthal, Schärding, Oberösterreich

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, schnelle Befüllung



Der Ort:#

Brunnenthal grenzt an Schärding und ist eine Stadtrandgemeinde mit hohem Wohnkomfort. Heute leben etwa 2000 Bürger hier. Der Ort ist durch eine prächtige Kirchenanlage geprägt, die den Ortskern von Brunnenthal bildet. Vom alten Passauer Wallfahrtsweg gesehen, erscheint die Kirche auf einem Berg gelegen. Tatsächlich wurde sie aber nahe der Quelle auf einem künstlich geebneten Platz, "einem ganz wilden Graben", erbaut.

Brunnenthal, Hl. Brunnen
Im ehemaligen alten Badhaus hat die schnitzende Wirtin Maria Fellner ihren gemütlichen Gasthof mit einer schönen Terrasse für Sonnentage. Seit 20 Jahren ist alljährlich der Brunnenthaler Konzertsommer mit musikalischen Darbietungen in der Kirche zusätzlicher Anziehungspunkt für Gäste.

Der Weg zur Quelle:#

Etwa 3 km außerhalb der nordöstlichen Stadtgrenze von Schärding findet man, gut ausgeschildert, den Wallfahrtsort Brunnenthal an der B 136. Man folgt den Hinweistafeln, fährt wenige Kilometer durch schattige, idyllische Landschaft und ist schnell am großen Parkplatz der imposanten Wallfahrtsanlage. Links von der Wallfahrtskirche, zwischen der Gnadenkapelle und dem Badhaus, liegt das Zentrum der Brunnenthaler Wallfahrt, das heilige Bründl. Die Quelle liegt unterhalb des Kirchenniveaus und ist vom Parkplatz aus entweder über einen schmalen Durchgang neben dem Gasthauskeller oder von der Kirche aus über eine Treppe erreichbar.

Allgemeines:#

Als der Bauer Georg Auer zu Harasberg an einem schweren Fußleiden erkrankte, erschien ihm im Traum die Muttergottes und befahl ihm, seine Wunde mit dem Wasser der Quelle zu waschen. Als Dank für seine Heilung versprach er den Bau einer Kapelle. Die Legende spricht von vielen Engeln, die beim Bau mithalfen. Tatsächlich errichtete Georg Auer 1640 eine heute noch erhaltene Bildsäule direkt beim heiligen Brunnen und stellte daneben einen Opferstock auf. Die Wallfahrt nahm zu, oft kamen bis zu 400 Gläubige an einem Tag, der Volksmund kolportierte wunderbare Heilungen. Aus den Spenden der Heilsuchenden wurde zuerst eine Kapelle, 1668 aber eine richtige Kirche gebaut. Es entstanden in der Folge das Brunnenhaus, ein Badhaus, das Benefiziantenhaus und ein Pfarrhof. In der Kirche zeigt das Altarblatt das Auffinden der heilsamen Wunderquelle. Die Wallfahrt ist auch heute noch üblich, und zwar am 2. Juli von Schärding aus.

Die Quelle:#

"Ad fontem marianum" - "Zum Marienbrunnen" - ist die alte Bezeichnung der Wallfahrtsstätte.

Brunnenthal, Hl. Brunnen
In einem überdachten, nach vorne offenen Brunnenhaus steht eine Steinstatue der Gottesmutter mit dem Jesuskind. Früher sprudelte die eisenhältige Heilquelle aus der Brust der Muttergottes, heute kommt das Wasser aus einem Rohr zu ihren Füßen, wo sie auch tatsächlich entspringt. Die Quelle sprudelt immer, sie ist auch immer zugänglich. Es ist ein besonders würdevoller Platz, der zum längeren Verweilen nur bedingt einlädt, da die Quelle an beiden Seiten von Steinwänden begrenzt ist, die etwas düster anmuten; hier ist es auch dann kühl, wenn die Sonne strahlend scheint. Ältere Menschen aus der Umgebung kommen mit Flaschen und füllen das Wasser ab, von den jüngeren Anwohnern weiß kaum jemand um den Wert des heiligen Wassers.

Das Wasser:#

Es rinnt aus einem kurzen Eisenrohr, mit dem Pendel ist die Rechtsdrehung festzustellen. Bei Regen zeigt sich das Wasser in dunkler Färbung, bei Schönwetter ist es kristallklar. Es schmeckt spritzig und frisch, mit einem leichten metallischen Nachgeschmack. Dem Wasser wird seit jeher besondere Kraft nachgesagt. Mitgebrachte Flaschen werden sehr schnell voll. Beim abgefüllten Wasser hat man auch nach mehreren Monaten Lagerung den Eindruck, man trinke völlig frisches, eben abgefülltes Nass. Dies ist das Besondere an den heiligen Wässern. Auch wenn das Wasser mehrere Wochen oder Monate gelagert wurde, es schmeckt nicht abgestanden oder brackig.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.