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Rosenau am Hengstpaß "Rot-Kreuz-Kapelle" Quelle#

Gemeinde Rosenau; Pfarre Windischgarsten; Brzirk Kirchdorf


Rosenau am Hengstpaß, Rot-Kreuz-Kapelle

Tourist/Web Info

tel. 07566 255
Email: rosenau.hp @netway.at

Wegbeschreibung

Sattledt - Kirchdorf - Windischgarsten - Rosenau Rosenau am Hengstpaß, Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich

Wasserentnahme

Zwischen Mai und Oktober frei zugänglich, viel Wasser



Der Ort:#

Rosenau liegt zum Großteil im Nationalpark Kalkalpen und ist mit sechs bewirtschafteten Almen im Frühling, Sommer und Herbst beliebtes Ziel von Bergwanderern. Es gibt einen Almenweg (Themenweg) am Hengstpass, der auf einer Länge von vier Kilometern über Weideflächen, durch Wald, vorbei an Bächen führt und mit Raststationen auf verschiedenen Almen den Alltag in der Bergwelt zeigt. Es ist eine Wanderung für Familien mit Kindern und wenig anstrengend. Es leben 740 Menschen in Rosenau, 280 sind im großen holzverarbeitenden Betrieb Rohol beschäftigt, wo Furniere und Produkte für die Schierzeugung hergestellt werden. Essen kann man in zwei Gasthöfen mit erstklassiger Küche und Fremdenzimmern. Die Gemeinde grenzt an die Steiermark.

Der Weg zur Quelle:#

Von Windischgarsten kommend, fährt man den Schildern Altenmarkt - Rosenau nach und ist nach 6 km im Ort. Nun geht es bergauf in Richtung Hengstpass. Auf der Passhöhe (1010 m) wieder abwärts fahren. Nach 1,6 km kommt man zur urigen Karlshütte, die rechts neben der Straße liegt und während der warmen Jahreszeit bewirtschaftet ist. Man kann bereits hier auf dem Parkplatz stehen bleiben und etwa 300 m zu Fuß gehen oder mit dem Auto auf einem Schotterweg, der kurz nach der Hütte rechts beginnt, bis zur Kapelle fahren. Der Weg führt über eine weite Almwiese bergab zum Fuß des mächtigen Berges Hochsur. In der Umgebung findet man Frauenmantel, dornigen Hauhechel, Frühlings- und Schwalbenwurzenzian, Silberdistel und mehrere Knabenkräuter, das sind seltene heimische Orchideen.

Allgemeines:#

In Oberösterreich gibt es drei Rot-Kreuz-Kapellen und 23 Rote Kreuze. Das Rote Kreuz bezeichnete früher den Ort einer Gerichtsgrenze, wo die Übergabe von Straftätern erfolgte, für die nicht die eigene Gerichtsbarkeit, sondern der Landrichter zuständig war. Die Rot-Kreuz-Kapelle am Hengstpass liegt auf dem alten Proviantweg, über den schon Im 15. Jh. Lebensmittel aus Windischgarsten ins Ennstal zum Erzberg (Steiermark) gebracht wurden. Direkt neben der Kapelle liegt der Rotkreuzbach, der sein Wasser aus dem Areal zwischen Puglalm, Egglalm und Laussabauernalm sammelt, auch die heilige Quelle mündet in ihn ein. Am ersten Sonntag nach Matthäus (21. September, Schutzpatron der Kranken) werden seit altersher zwei Prozessionen durchgeführt. Eine Wallfahrt wird von Unterlaussau aus organisiert, die Knappen kommen in ihrer Bergmannstracht mit Musik und Fahnenträgern. Die zweite Wallfahrt erfolgt vom Hengstpass aus. Die Kapelle wurde vor rund 100 Jahren anstelle des Roten Kreuzes an der heilsamen Quelle errichtet. Sie wurde im Jahr 1976, nachdem man sie weiter bachwärts neu erbaut hatte, eingeweiht. Geöffnet ist sie von 1. Mai bis Ende Oktober.

Die Quelle:#

Ein Pilger wurde just am Rotkreuzbach überfallen und blieb verletzt liegen. Er beobachtete eine Maus mit blutig gekratztem Fell, die sich zur Quelle schleppte und darin liegen blieb. Kurz darauf sprang sie gesund und munter davon. Da wusch auch er seine Wunden in dem Wasser und diese schlossen sich sofort. Er errichtet zum Dank ein Kreuz und konnte sogleich seinen Weg fortsetzen. Die zweite Legende erzählt von einem schwer verwundeten Ritter, der von einem Kreuzzug heimkehrte. Er konnte nicht mehr weiter und erhielt im Traum den Hinweis auf die Quelle. Hier badete er und wurde geheilt. Zum Dank für seine Heilung soll er das Kreuz mit seinem Blut bestrichen haben. Es ist ein friedvoller Platz, die Quelle entspringt unter dem Marienaltar, direkt im Kirchlein in einer Grotte und fließt auf der Hinterseite der Kapelle in den Bach ab (hier ist der Zugang auch im Winter möglich).

Rosenau am Hengstpaß, Rot-Kreuz-Kapelle

Das Wasser:#

Der geologische Untergrund des Gebietes besteht aus einem Kalk-Mergel-Gemisch. Das Wasser ist demzufolge kalkhältig und hat den Geschmack der frischen, lebendigen Bergquelle, wie er dem Wanderer in den Kalkalpen vertraut ist. Die Wassermenge reicht aus, um Flaschen oder Kanister schnell zu befüllen, was hier auch laufend geschieht. Selbst Menschen der Umgebung, bei denen bestes Bergwasser aus den Wasserhähnen kommt, holen sich zum Teil ihren Trinkwasser-Vorrat bei der Quelle. Das Augenauswaschen ist überliefert.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.