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Fusch an der Großglocknerstraße "Augenquelle" Kapelle und Quelle#

Gemeinde und Pfarre Fusch; Ort Bad Fusch; Bezirk Zell am See


Fusch an der Großglocknerstraße, Augenquelle

Tourist/Web Info

Tel. 06546 6660
www.fusch.at

Wegbeschreibung

A 10 - Abfahrt Bischofshofen - Bruch - Fusch/Großgl.str. Fusch an der Großglocknerstraße, Zell am See, Salzburg

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, ausreichend Wasser


Der Ort:#

Fusch liegt am Anfang der Großglocknerstraße. Über eine Million Besucher jährlich befahren diese österreich ische Alpenstraße inmitten des Nationalparks Hohe Tauern. Der Großglockner mit der Pasterze, der mit 9 km längsten Gletscherzunge im Land, wird von vielen Bergsteigern erklommen. Die Bewohner sagen, man befinde sich im Sommer im "Garten Gottes", so viele farbenprächtige Blumen blühen, so vielen seltenen Tieren begegnet man: dem stolzen Adler, der sich hoch in die Lüfte schwingt, dem Bartgeier, der ruhig seine Kreise zieht, dem Alpensalamander, der seine zwei Jungen 2 1/2 Jahre austrägt und lebend gebärt. Man sieht stolze Steinböcke und lustige Murmeltiere. Wer alles auf einmal sehen will, vom Bären bis zum Bison, vom Wildschwein bis zum Wolf, geht in den Freizeitpark Ferleiten. Als Ausgangspunkt für Bergwanderungen und als Urlaubsort für Naturhungrige hat Fusch eine lange Tradition, die Hütten und Schutzhütten, zu denen man von hier aus aufsteigen kann, liegen alle in hochalpinem Gelände.

Der Weg zur Quelle:#

Inmitten von Fusch, nach der Raiffeisenkasse, führt eine Panoramastraße mit Blick auf den Großglockner links in Richtung Bad Fusch (Bad Fuscher Straße). Es ist eine enge Bergstraße mit Ausweichstellen, die in 5 Kilometern zu den alten Anlagen des ehemaligen Bades auf 1.200 Meter Höhe führt. Bis 1945 gab es noch Kurgäste, jetzt steht das große Kurhaus leer. Die daneben gelegene Kapelle St. Wolfgang am Weichselbach wurde renoviert und unmittelbar daneben findet man die Augenquelle. Die Gegend wird immer wieder von Felsstürzen und Lawinenabgängen heimgesucht. Manchmal ist deshalb eine Zufahrt mit dem Wagen nicht möglich, es gibt aber auch einen Fußweg.

Allgemeines:#

Das "Bad in der Fusch" ist seit 1417 bekannt. Wahrscheinlich waren die ersten Kurgäste Bauern aus dem Oberpinzgau und Bergleute, die in der Gegend nach Silber gruben. Als einer der großen Förderer der Region trat in der ersten Hälfte des 19. Jh.s der Salzburger Erzbischof Fürst Schwarzenberg auf. Er ließ sich, vom Wasser begeistert und als routinierter Bergsteiger, hier sogar ein Haus errichten und viele Wanderwege anlegen. Das jetzige um 1705 erbaute Kirchlein entstand deshalb so spät, weil die vorherige Kirche von einer Lawine vernichtet worden war. Es ist dem hl. Wolfgang geweiht, einem Nachfolger des Donnergottes Wotan. Wolfgang- und Ulrichskirchen befinden sich in der Regel auf Plätzen, die "besonderes" Wasser zu bieten haben und bereits in vorchristlicher Zeit verehrt wurden, auf alten Kultplätzen also. Insofern wurde der Name mit Bedacht gewählt. Immer schon war die heilkräftige Quelle der Grund für die Wallfahrt. Bad Fusch bietet ein so stimmungsvolles Bild, dass es viele bekannte Maler des 19. Jh.s zu Gemälden und Kupferstichen anregte. Auch der Dichter Hugo von Hofmannsthal war mehrmals zu Gast und für manche seiner romantischen Motive mag er hier die Anregung erhalten haben. Derzeit bemühen sich Besitzer, Gemeinde und Tourismusverband um die Revitalisierung dieses Kleinods. Wegen der stimmungsvollen Lage ist St. Wolfgang eine beliebte Hochzeitskirche; an jedem 2. Sonntag im September wird ein Bittgang von Fusch nach Bad Fusch durchgeführt. Weil auch die Jäger sich hier manchmal zum Gebet treffen, hat die Kirche den Beinamen Hubertuskirche.

Die Quelle:#

Es gibt im Umkreis elf Heilquellen, die weitgehend das gleiche Wasser bieten. Die bekannteste ist sicher die Fürstenquelle, benannt nach dem wohlwollenden Erzbischof, die naturbelassen in Flaschen abgefüllt und verkauft wird. Auch die Augenquelle neben der Kirche, bei der jeder Besucher trinken und sein Gefäß befüllen kann, steht wie die Fürstenquelle im Ruf, große stärkende Kraft zu besitzen. Wenn sich etwas auf den Magen geschlagen hat, wenn also die Seele rebelliert, kann ein Schluck des Großglocknerwassers Wunder wirken. Eine weitere zugängliche Quelle ist die "Leberquelle", auch hier geht es um das Thema Rückbesinnung und Rückkehr zu den Wurzeln, um das Auffinden des eigenen Lebenszieles.

Das Wasser:#

Das Wasser ist sehr weich, es enthält nur wenige mineralische Bestandteile, herausstechend ist eventuell die Kieselsäure; es ist reich an natürlicher Kohlensäure. Die Temperatur beträgt gleich bleibende 6,2 Grad Celsius. Es ist frisch und anregend, eine Heilwirkung bei angegriffenem Nervenkostüm, bei Frauenleiden und nervösen Magenkrankheiten ist indiziert. Die Flaschen mit dem Großglocknerwasser wurden bei uns sehr lange aufbewahrt und dienten als kostbares Geschenk für besonders liebe Menschen. Die Rückmeldungen waren zum Teil beeindruckend. Das Wasser ist natürlich rechtsdrehend.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.