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St. Gilgen "Wolfgangsquelle" Kultplatz, Kirche und Quelle#

Gemeinde St. Gilgen; Pfarre St. Wolfgang; Ort Falkenstein; Bezirk Salzburg-Umgebung


St. Gilgen 'Wolfgangsquelle

Tourist/Web Info

Tel. 06227 2348
www.gemgilgen.at

Wegbeschreibung

Salzburg - Hof - Fuschl am See St. Gilgen, Salzburg

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, ausreichend Wasser


Der Ort:#

St. Gilgen 'Wolfgangsquelle

Der klassische Badeort am wärmsten See des Salzkammergutes ist mit dem bekanntesten Sohn Salzburgs eng verbunden. Hier wurde die Mutter Wolfgang Amadeus Mozarts geboren, eine Mozartgedenkstätte und ein Mozartbrunnen, das Musikinstrumentenmuseum und ein weiteres Museum im 450 Jahre alten Wetzlhäusl sind Begegnungsstätten mit Mozart und seiner Familie. Über die Schifffahrt ist man auch ohne Auto schnell in den anderen Orten am Wolfgangsee, eine Gondelbahn führt auf das Zwölferhorn, ein Wander- und Skiparadies für die ganze Familie, mit vielen bewirtschafteten Almen. Rund eine halbe Million Nächtigungen pro Jahr werden gezählt, viele Gäste finden ihren Weg zur wichtigen Kultstätte am Falkenstein, der zur Hälfte zu St. Gilgen, zur Hälfte zu St. Wolfgang gehört und die Grenze zu Oberösterreich bildet.

Der Weg zur Quelle:#

St. Gilgen 'Wolfgangsquelle
Auf den Falkenstein führt eine Wanderroute, die gut ausgeschildert ist. Man nimmt entweder den Fußweg die Seepromenade entlang nach Fürling (halbe Stunde) oder fährt mit dem Schiff zur Anlegestation Fürling und beginnt hier den eineinhalbstündigen Aufstieg. Anfangs ist es ziemlich steil, der Weg ist aber gut ausgebaut und ständig frequentiert.

Allgemeines:#

Vom heiligen Wolfgang sind viele Legenden erhalten. Er war Bischof von Regensburg und zog sich während der Thronstreitigkeiten zwischen Otto II. und Heinrich dem Zänker für einige Zeit auf den Falkenstein zurück. Er soll aus dieser Höhe eine Axt ins Tal geworfen haben. Dort, wo er sie wiederfand, wurde die berühmte Wallfahrtskirche erbaut. Das Wolfgangshackl ist heute noch ein beliebtes Mitbringsel und ein Symbol für Fruchtbarkeit. Der alte Holzknechtbrauch, die Axt des heiligen Wolfgang auf den Berg zu tragen, auf einen Felsen zu stellen und sie zu ehren, wird nicht mehr ausgeübt. Nach 8 Jahren in der Einsiedelei zog der heilige Wolfgang wieder als Bischof in Regensburg ein. Er starb 994 in Pupping bei Eferding und wurde sehr bald heilig gesprochen. Bei seinem Tod prophezeite er, dass alle, die ihn am Wolfgangsee (damals Abersee) anrufen würden, seine Hilfe erfahren. Seine Einsiedelei, jetzt ein Felsenkirchlein, ist ein Kulturdenkmal, viele Menschen haben sich hier verewigt und Andacht gehalten. Kaum jemand geht vorbei, ohne sich die Chance auf ein "neues" Leben zu sichern. Dazu muss man durch einen Stein kriechen, der sich im Inneren der Kapelle befindet. Diese Steinhöhle soll entstanden sein, als der Teufel den heiligen Wolfgang verfolgte. Das Durchkriechen durch Stein ist alte, vorchristliche Überlieferung. Es bedeutet Wiedergeburt, eine Erneuerung an Leib und Seele. Man soll es schweigend und mit dem Blick nach vorwärts tun. So eng es auch ist, hier muss der Mensch durch, um das Alte abzustreifen. Dann darf man am Glockenstrang des Wunschglöckleins ziehen. Wenn sie dreimal bimmelt, geht ein Wunsch in Erfüllung. Sie läutet leider ziemlich selten dreimal, meist bringt sie es auf zwei oder vier Schläge. Jeder, der hier vorbeigeht oder mit dem Mountainbike fährt, auch der Ungläubigste, zwängt sich durch die Steinhöhle und zieht am Seil.

Die Quelle:#

Jeder Mensch wird diesen besonderen Platz als beglückend erleben. Auch wenn man nicht an die Magie eines Ortes glauben mag, wird man sie spüren. Es liegt eine besondere Stimmung über der weiten Waldwiese, nach wenigen Minuten hier würde es einen nicht wundern, wenn Feen und Elfen herbeischwebten oder ein Einhorn aus dem dichten Wald träte, so zauberisch erscheint die Lichtung. Es gibt die Sage, dass hier ursprünglich kein Wasser zu finden war. Ein Laienbruder, der eine Zeit lang mit dem heiligen Wolfgang lebte, litt darunter sehr. Da nahm der Heilige seinen Stab, stieß ihn gegen den Felsen und sogleich entsprang eine Quelle. "Seither fließt heilend die Wunderquelle", steht auf dem Wandgemälde der darüber gebauten Brunnenkapelle. Die Quelle ergießt sich über einen Trog und einen Steinabfluss in eine Nische im Boden.

Das Wasser:#

Das "Wolfgangwasser" wurde früher in Fläschchen abgefüllt und zu Tausenden verschickt. Man trank es bei Augenleiden, bei Krankheiten, die durch Verwünschungen hervorgerufen worden waren, oder gab es dem kranken Vieh. Besonders beliebt war es bei unfruchtbaren Frauen, die sich davon reichen Kindersegen erhofften. Man holte es aus dem Brunnen der großen Wallfahrtskirche in St. Wolfgang, denn von der Quelle am Falkenstein gab es früher eine direkte Zuleitung. Heute wird der Brunnen zwar von der Ortswasserleitung versorgt, enthält aber immer noch Spuren des Wassers der Wolfgangsquelle, wird also als "heilsames Wasser" angesehen. Beim Ursprung am Falkenstein sprudelt das Wasser in hoher Schüttung. Direkt vom Falkenstein Wasser zu holen ist wegen des Anstiegs beschwerlich, mag aber zum Opfer gehören, das man bringen möchte. Jedes frische Quellwasser schmeckt auf seine Art belebend und gut. Dieses Wasser hat noch ein bisschen mehr, es ist süß und sanft trotz seiner erfrischenden Kühle.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.