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Gabersdorf "Leonhardibründl" Kirche und Quelle#

Gemeinde und Pfarre Gabersdorf; Bezirk Leibnitz


Gabersdorf, Leonhardibründl

Tourist/Web Info

Tel. 03452 82420
www.gabersdorf.at

Wegbeschreibung

A 9 - Abfahrt Leibnitz - Kreisverkehr links B 67 - Richtung Bad Radkersburg Gabersdorf, Leibnitz, Steiermark

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, viel Wasser


Der Ort:#

Gabersdorf ist eine Großgemeinde, die sich von den letzten Ausläufern des oststeirischen Hügellandes bis hin zur Mur erstreckt die Seehöhe ist 274 Meter. Funde aus der Römerzeit belegen: Man steht auf altem Kulturboden. Die Bauern pflanzen Körnermais und Ölkürbis, beides gedeiht in dem trockenwarmen Klima vorzüglich. Der Murradweg R 2, der fast die ganze Steiermark durchquert oder die südsteirische Weinstraße, die hier beginnt sind Anziehungspunkte für sportliche Genießer.

Der Weg zur Quelle:#

Den Wagen bei der Kirche stehen lassen. Linker Hand des Hauptportals zieht sich die Kirchenmauer um den Wallfahrtsplatz und hier befindet sich ein Durchgang, der direkt zum Bründl führt. Es liegt an einer Böschung und ist sofort sichtbar.

Allgemeines:#

Gabersdorf, Leonhardibründl

Schon 1318 gab es am Gnadenort eine Kapelle neben dem Bründl. Es war ein so großer Anziehungspunkt und die Wallfahrten so häufig, dass die nachher erbaute Kirche schnell zu klein wurde und ab 1709 eine neues Heiligtum für den Bauernheiligen St. Leonhard errichtet wurde. Es gibt zwar keine schriftlichen Aufzeichnungen, aber es ist wahrscheinlich, dass bereits 1253, als Gabersdorf erstmals erwähnt wurde, die Leonhardverehrung bestand. Der Kultgegenstand ist die Statue des hl. Leonhard auf dem Hauptaltar. Die Überlieferung schildert die Geschichte zweier ungarischer blinder Gräfinnen, die durch den Gebrauch des Wassers sehend wurden und geheilt in ihre Heimat zurückkehren konnten. Danach kam es zu großen, oft bis zu 5.000 Menschen zählenden Wallfahrtszügen aus Ungarn, einerseits um die Sehkraft wiederzuerlangen, andererseits um für die Abwehr von Viehseuchen zu bitten.

Quelle und Wasser:#

Die Bründlkapelle wurde frisch renoviert und zeigt sich in neuem Glanz, mit einem großen Pfarrfest wurde sie 2003 eingeweiht. Die Quelle hat eine unglaublich hohe Schüttung, sie gehört zu den ergiebigsten der vielen heiligen Bründln in der Steiermark. Das Wasser ist eiskalt und schmeckt erfrischend wie Morgentau. Eine Flaschenbefüllung ist möglich und geht naturgemäß sehr schnell. Der Platz ist uralt und tut seine Wirkung, das mitgenommene Wasser haben wir erst nach einem halben Jahr getrunken, es war köstlich wie am ersten Tag.

Bild?!?#

Vor 50 Jahren stand am Quellhang noch die tausenjähr'ge Eiche, die Axt erschlug sie, auch war ihr Stamm von Blitz zerquält. Ein Urschrei füllt' die Schlucht, der Schmerz war ohnegleichen Und heut noch Stock und Stein von jener Stund' erzählt Und Baum und Vogel singen noch der Eiche Lieder Und alte Sagen stehen auf und leben wieder. Zur Zeitenwende ist der Eiche Sippe hier gestanden. Sie sah die Römer nordwärts und die Germanen südwärts ziehn. Der Opferstein verfiel, die Keltengötter aus der Schlucht verschwanden, aus Flavia Solva sah man Fackelglanz und Siegesfeuer g!ühn. Aus dem nah 'gelegnen Maierhofe kamen schöne Römerinnen, füllten die Krüge und wuschen hier ihr feines Linnen. Ein fränkscher Glaubensbote ist zum frischen Quell gekommen, Hat in der Wildnis Klause und Kapelle sich erbaut Wie einst Leonhard. Bayrische Siedler haben dies vernommen, Kamen um Rat und wurden mit dem Christentum vertraut. Dies tat der Eremit, dass er dem Vorbild gleiche, und pflanzte dem Patron zu Ehren hier die heilge Eiche. Längst war der Ort besiedelt, die Kapel1e schon verfallen, jenseits der Schlucht hat man dem Heiligen ein Haus aus Stein gebaut, zum Brünnlein aber taten weiterhin die frommen Pilger wal1en, man hat auch krankes Vieh der Brunnenheilkraft anvertraut. Und viele Sieche kamen her in festem Glauben, Wuschen die kranke Stel1 und namentlich die Augen. Auszug aus dem Gedicht von Eugenie Pochlatko



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