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Terfens "Maria Larch" Kapelle, Brunnenhaus und Quelle#

Gemeinde und Pfarre Terfens; Bezirk Schwaz


Terfens, Maria Larch

Tourist/Web Info

Tel. 05224 68315
www.terfens.tirol.gv.at

Wegbeschreibung

A 12 -- Abfahrt Wattens - Ri. Terfens Terfens, Schwaz, Tirol

Wasserentnahme

Quelle frei zugänglich, ausreichend Wasser


Der Ort:#

Der sonnige Ort im Inntal liegt am Fuß des Karwendelgebirges in der Silberregion nahe Schwaz. Massentourismus gibt es keinen, aber der Alpenpark mit seinen vielen Wegen und Routen zieht im Sommer Wanderer, im Winter Skifahrer an. Die gotische Pfarrkirche mit alten Fresken und einem originalen 500 Jahre alten Taufstein ist der heiligen Juliana geweiht und beeindruckt durch ihre ruhige Würde. In der unberührten Landschaft sind Kutschenfahrten genauso möglich wie Angeln in Berggewässern, man kann reiten, Rad fahren, Tennis spielen, rodeln oder langlaufen.

Der Weg:#

Direkt im Ort führt eine Gemeindestraße in den Ortsteil Eggen. Man folgt bei der Kreuzung dem Schild Gnadenwald und Absam. Die schmale Straße gehl an Bauernhöfen vorbei, bei einer Abzweigung mit einem Marterl dem linken Weg nach Eggen folgen. Etwa nach 200 Metern sieht man rechts die Brunnenkapelle und anschließend das Wallfahrtskirchlein. Man kann auch vom Ort weg auf einem "Besinnungsweg" in 20 Minuten bei Quelle und Kirche sein.

Allgemeines:#

Der Name Maria Larch leitet sich von "Maria Lärch" im Gnadenwald ab. Wenn man sich in die Mitte des 17. Jh.s hineindenkt, kann man sich vorstellen, wie gefährlich es war, sich zur Naturverehrung zu bekennen, die weder erwünscht noch von der allgegenwärtigen und mächtigen Kirche erlaubt war. Man kam in diesen Zeiten sehr schnell in den Ruf, eine Hexe zu sein, und dann war ein grässliches Ende vorprogrammiert. Trotzdem gab es offenbar Menschen, deren uralter Baumglaube so tief war, dass er von den Drohungen unbeeindruckt blieb. Die Bäuerin des Spieltennerhofes, eine Magdalena Bognerin, blickte mit Liebe und Ehrfurcht zu einer großen Lärche auf. Der Einsiedler von St. Martin, ein Johann Weiß, war ein kluger, vorausschauender und ihr wohl gesonnener Mann, weil er der Bognerin ein selbst hergestelltes Marienbildnis gab, damit sie es an der Lärche anbringen konnte. Nun stand einer Andacht nichts mehr im Wege. In Tirol gab es viele solcher heiligen Bäume, die im Volksbewusstsein Liebe und Verehrung genossen. Beispiele sind die Wettertanne am Lüsener Joch, die Linde bei Mühlbach im Pustertal, eine Fichte bei der Pfarrkirche von Landeck, die erst 1822 gefällt wurde, oder der Lärchenbaum bei Nauders, der ebenfalls im 19. Jh sterben musste. Auch oberhalb der Mariarastkapelle in Zell am Ziller stand so ein heiliger Baum. Der Glaube an Baumgötter geht auf die Germanen zurück, aber auch Griechen und Römer wähnten bestimmte Bäume von Baumgeistern bewohnt. Manches hat man dann auf den Namen der Jungfrau Maria umgetauft. Dabei liegt auf der Hand, dass Marienlegenden nicht an Bäume gebunden sein können, zumindest nicht in der frühen Phase des Christentums. Die ersten Christen hätten die Verbindung der heiligen Familie mit einem Baum zurückgewiesen, jede Art von Baumverehrung war für die jüdischen Propheten verabscheuungswürdig und erinnerte viel zu sehr an die heidnischen Vorstellungen der Griechen und Römer. Überall, wo Baumkult gepflogen wurde bzw. eine christianisierte Baumlegende überliefert ist, kann man davon ausgehen, dass man sich auf dem Platz eines vorchristlichen Heiligtums befindet. Plinius, der erste Naturforscher (23-79 n. Chr.), schreibt: "Bäume sind die ersten Tempel. Die Landleute weihen nach altem Brauch dem Gotte den schönsten Baum." Dieser Baum stand immer in einem heiligen Hain und hier herrschte ein Schweigegebot, man durfte sich dem Gott im Baum nur ehrfürchtig nähern. Die heiligen Bäume waren menschenähnliche Wesen, unter ihnen wurde Recht gesprochen, sie waren "der" Baum unter den Bäumen. Viele der traditionellen Wallfahrten gehen auf einen Baum, einen "Bildbaum", zurück. Baum und Quelle aber gehen Hand in Hand. Ein mächtiger Baum muss notgedrungen in der Nähe einer Quelle wachsen, denn für seine Versorgung braucht er über Tausend Liter Wasser täglich. Im Laufe der Zeit ging dann die Verehrung des Baumes in den Kult um Maria oder einen Heiligen über. Es bildeten sich Legenden, die im Kern noch Vergangenes trugen. Unser ganzer österreichischer Raum ist voll davon.

Die Quelle:#

Die Wallfahrtskapelle Maria Larch stammt aus dem 17. Jh. Im barocken Brunnenhäuschen wacht der heilige Florian über das Wasser, das auch heute noch als belebender Trunk gilt. Im 18. Jh. hat es ein stummes Mädchen von seinem Leiden geheilt und später noch viele, viele - wahrscheinlich auch vorher und auch nachher. Es ist ein rechtsdrehendes Wasser an einem Ort der Kraft, wie er eindrucksvoller nicht sein kann. Wenn die Erhalter des Kleinods offen um eine Spende für das Wasser bitten müssen, ist das eigentlich ein Armutszeugnis für jene, die sich hier Wasser abfüllen. Es müssten drei Dinge bei jeder der heiligen Quellen selbstverständlich sein: Ehrfurcht, Dankbarkeit und ein "Opfer", wie auch immer dies aussieht.



'© "Heilige Quellen in Österreich"' von Siegrid Hirsch und Wolf Ruzicka.