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Sagen aus dem Raum Bad Hall Bad Hall, Oberoesterreich #


Bad Hall einst eine riesengroße Stadt

Bad Hall Kurpark
Bad Hall Kurpark
Foto: Österreich Werbung

An der Straße nach Steinbach an der Steyr, etwa 20 Minuten von Adlwang entfernt, befindet sich über einer verdeckten Quelle eine Kapelle. Hier soll einst eine Nikolauskirche gestanden sein und aus ihr auch das Standbild des heiligen Nikolaus in der Kapelle stammen. Die Kirche gehörte zu Bad Hall, das einst eine furchtbar große Stadt war. Sie reichte über die "Anarekirche" - jetzt eine Bildsäule in Medingdorf-Weißenbach herüber bis St.Nikolaus und zur Hohen Linde. In Kriegszeiten ging die Stadt zugrunde.


Schafe entdecken die Heilquelle von Bad Hall

Tiere habe für Quellen, die mineralhältig und daher heilkräftig sind, ein besonderes Gespür. Viele Salzvorkommen und Heilbrunnen verdanken solchen "weisenden Tieren" ihre Entdeckung auch durch den Menschen. So soll die Heilquelle von Bad Hall dadurch in ihrer Wirkung erkannt worden sein, da weidende Schafe mit Vorliebe von deren Wasser tranken und von der Quelle gar nicht wegzubringen waren.


Die Heimkehr des Dragoners und die Gründung von Schloss Feyregg

Ungefähr eine Viertelstunde von Bad Hall entfernt liegt das freundliche Schloss Feyregg, über dessen Benennung die Sage spricht: Nach dem Frieden von Osnabrück 1648 lösten sich alle Heere auf und jeder Soldat zog in seine Heimat zurück. Ein solcher - es war ein Dragoner der kaiserlichen Reichsarmee - ritt in der Silvesternacht während eines heftigen Schneegestöbers gegen das Dörflein mit der Kirche, später Kirchdorf genannt. Er war den ganzen Tag geritten, sein falber Däne vermochte ihn kaum mehr zu tragen. Auf einer Anhöhe angelangt, schlug er mit dem Feuerstein Funken auf die Lunte seines Gewehres, um beim Aufblitzen des Funkens den Kirchturm des Dorfes erblicken zu können. Sein Plan gelang und langsam wand er sich mit seinem Pferd gegen das Dorf durch die dichten Schneelager, denn dort harrten seiner eine gute Mutter und eine geliebte Braut seit zwölf Jahren. Im Tale mußte man den Funken und die angebrannte Lunte gesehen haben, denn langsam bewegte sich ein Lichtlein gegen den Reiter. Dieser hielt sein Pferd an, um es ausruhen zu lassen. Da gewahrte er unfern drei Männer, welche eine Laterne hatten und mit schweren Kolben bewaffnet waren und die Tracht der dortigen Landleute trugen. Freudig eilte der Soldat auf sie zu, um sich von ihnen den Weg ins Tal zeigen zu lassen. Aber seine Freude war schnell entschwunden, als er in den Männer Räuber erkennen mußte, die ihm nach seinem Eigentum und nach seinem Leben trachteten. Doch der Tapfere ließ sich nicht schrecken und verteidigte sich mächtig gegen seine Angreifer. Aber bald war sein Arm ermattet. Schon glaubte er sich verloren, da fiel sein Blick auf die glimmende Lunte. Schnell riß er sie von seinem Gewehr und schleuderte sie auf einen hohen dürren Busch, welcher unter einem Höhlenabhange gegen Regen und Nässe geschützte stand. Die Lunte entzündete den Busch und im Nu flammte ein gewaltiges Feuer aus der Ecke der Felsenhöhle empor. Im Tale ward dies Notzeichen gesehen. Die Notglocke erklang und eine Schar von Männern eilte dem mit letzter Kraftanstrengung kämpfenden Dragoner zu Hilfe. Als die drei Räuber die Kommenden sahen, ergriffen sie eiligst die Flucht, wurden aber bald eingeholt und dem Gerichte zu Steyr übergeben, welches sie wegen vieler Verbrechen zum Tode verurteilte.

Der Soldat war betäubt zu Boden gesunken und erwachte erst wieder in den Armen seiner Mutter. Er wurde nach Jahren Dorfrichter, vermählte sich und erzählte gar manchen Abend die Geschichte seiner wunderbaren Rettung durch den Busch im feurigen Eck, welches später dem dort erbauten Schloss der Sage nach den Namen Feyregg gegeben haben soll.


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