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Sagen aus dem Raum St. Sebald am Hl. Stein St. Sebald am Heiligen Stein, Oberoesterreich #



St. Sebald, der Wundermann am Heiligenstein

Der heilige Sebald war ein dänischer Prinz. Nach weiten Reisen kehrte er in die Heimat zurück und heiratete die Tochter eines dänischen Großen. Mitten beim Hochzeitsmahl aber stand er auf, ging hinaus, kam als Pilger zurück und nahm Abschied von Frau und Eltern, Reich und Krone. Er zog in freiwilliger Armut nach Süden. Als er an die Donau kam, breitete er seinen Mantel auf und kam auf ihm trocken hinüber, er gelangte auf einen felsigen Berg in die Nähe von Gaflenz. Als Einsiedler hauste er hier fünfzehn Jahre. Eine Kapelle bezeichnet die Stätte. Er lebte in strenger Zurückgezogenheit, bekehrte die Heiden und wirkte Wunder. Der Berg heißt seither der Heiligenstein, eine Kirche zu Ehren St.Sebalds krönt ihn.

Von ihm erzählen noch heute die Leute Geschichten. In einer Höhle nahe der Einsiedelei verliefen sich Ochsen. Als es schon finster war, kam der Bauer auf der Suche zu Sebald und bat ihn um Hilfe. Der Heilige schickte ihn in die Höhle. Der Bauer kam aber bald wieder zurück, weil es in der Höhle so finster war. Auf Sebalds Geheiß ging er noch einmal hinein und streckte die Finger aus. Von den Fingerspitzen begann es plötzlich hell zu leuchten. Der Bauer fand seine Ochsen. Wie er herauskam, erlosch das Licht.

Zwei Müttern starben ihre zwei Kinder. Voll Qual gingen sie zu Sebald. Er ging mit ihnen in das Haus, betete und machte über die Kinder das Kreuzzeichen. Da wurden sie wieder lebendig.

Eine Tages besuchten ihn seine zwei Freunde Willibald und Wunnibald . Vom weiten Weg erschöpft, baten sie ihn um Speise und Trank. Die Kammer war aber leer. Doch Sebald kniete vor der Hütte nieder und betete inständig zu Gott um Brot. Als er in die Kammer zurückging, lagen Brot und Käse bereit und ein Krug des besten Weines stand dabei.

Von seinen Verwandten gebeten, machte sich Sebald eines Tages nach Regensburg auf zu einer Besprechung, was mit seinen Gütern zu geschehen habe. Er kam an die Donau, hatte aber kein Geld und so wollten ihn die Schiffer nicht überführen. Zum Staunen der Leute legte er seinen Pilgerrock auf das Wasser, stellte sich darauf und fuhr so hinüber. Beim Abschied sagte er seinen Verwandten, sie würden ihn nicht mehr sehen, weil er noch vor Ablauf eines Jahres sterben müsse. Er kehrte in seine Einsiedelei zurück. Bald darauf fanden ihn Bauern dort tot auf. Seine Verwandten ließen den Leichnam abholen, um ihn in der Familiengruft beizusetzen. Auf dem weiten Weg kam der Leichnam auch nach Regensburg und wurde dort einen Tag lang zur Schau gestellt. Ein junger Mann packte zum Spott den Toten beim Bart. Sebald gab ihm eine solche Ohrfeige, daß ihm ein Auge herausfiel. Um seinen Frevel zu sühnen, trat der junge Mann in einen Orden ein und besserte sein Leben.


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