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Sagen aus dem Raum Ternberg Ternberg, Oberoesterreich #


Ein Bauer begegnet der Wilden Jagd

Erzherzog Johann vor seinem Schloss in Ternberg
Erzherzog Johann vor seinem Schloss in Ternberg. Kol. Stich von J. Gauermann. Um 1820.
© IMAGNO/Austrian Archives

Ein Bauer ging durch den Wendbachgraben bei Ternberg und hörte die wilde Jagd durch die Lüfte brausen. Er blieb stehen, sonst hätte es ihn mitgenommen. Plötzlich fiel ihm eine Kette vor die Füße und ein Stimme rief: "Pack an!" Der Bauer wickelte die Kette dreimal um den nächsten Baum. Da rief es wieder: "Zieh die Stiefel aus. Weil du so stark bist, bekommst du deinen Lohn." Ein starker Hirsch fiel vor ihm nieder und auf Geheiß füllte der Bauer dessen Blut in seine Stiefel. Als er heimkam, war das Hirschenblut Gold geworden.

Ein Bauer als Teufelsbündner

Ein armer Bauer in der Ternberger Gegend hatte den sehnlichsten Wunsch, reich zu werden. Eines Tages überraschte ihn ein schweres Gewitter, der Teufel erschien ihm, ritzte ihm eine kleine Wunde und nötigte ihn, ein Papier mit eigenem Blut zu unterschreiben. Über Nacht wurde sein Haus ein stolzer Bauernhof mit dem schönsten Vieh und viel Gesinde. So vergingen Jahre im Reichtum. Eines Tages befahl der Bauer seinem Gesinde Weihwasser in allem vorhandenen Geschirr zu holen. Ehe sie zurück waren, holte der Teufel den Bauer zur Hölle. Ein Knecht sah es. Vor Schrecken entfiel ihm sein Gefäß mit Weihwasser. Es rann dem Teufel nach, erreichte ihn aber nicht mehr. Doch konnte sich die Enns nicht mehr schließen und das Weihwasser tropfte ins höllische Feuer. Wer auf der Ternberger Brücke genau hinhorcht, hört das Zischen der fallenden Tropfen.


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