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Ausgrabung germanische Siedlung und Spitzgraben#

Allgemeines#

Anlässlich des geplanten Baus eines Hochwasserdammes führte das Bundesdenkmalamt eine Notgrabung (H. Adler) durch. Die Fundstelle nah an der Thaya war bereits durch römerzeitliche Oberflächenfunde bekannt. 140 Quadranten wurden geöffnet und die Ausdehnung einer germanischen Siedlung erforscht, die ihre Größe von 6,5 - 7ha während ihres Bestehens (Ende des 1.Jh. bis Mitte des 3.Jh.) kaum änderte. Grubenhütten, überdachte Arbeitsstellen, Abfallgruben und Vorratsgebäude konnten ausgegraben werden und geben ein Bild der Bautypen. Flachsverarbeitung, Webstühle, Eisenverarbeitung und Ställe für Rinder, Schweine und Schafe machten das alltägliche Leben sichtbar. Die Forschungen in Bernhardsthal sind insofern bedeutend, da zum ersten Mal in Österreich eine germanische Siedlung zur römischen Kaiserzeit erfasst werden konnte. Im südlichen Bereich der Siedlung wurde ein Spitzgraben entdeckt, der parallel zum südlichen Wall verlief und im Westen scharf mit 45m gegen die Mitte umbog.


Allgemeines (Fortsetzung)#

Grabungsjahr: 1974-1975

Grabungsleitung: Bundesdenkmalamt - BDA#

Literatur#

  • H. Adler, Eine germanische Siedlung der Römischen Kaiserzeit in Bernhardsthal, Fundberichte aus Österreich 14, 1975, S. 7ff.

Funde#

Kategorie: Keramikgefäße, Terra Sigillata, Varia-Metall, Werkzeuge und Geräte Fundobjekte: Keramik in Latènetradition; Terra Sigillata; Eisenfragmente; Geräte aus Bein

Aktueller Verwahrort: Landesmuseum Niederösterreich

Text und Bearbeitung: Eva Kuttner



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